Sicherheitszentrum Rothenburg stösst im Kantonsrat auf Zustimmung
Die Luzerner Stimmberechtigten können über den Bau eines Sicherheitszentrums in Rothenburg abstimmen. Der Kantonsrat hat am Montag für die Realisierung des Gebäudes mit 108 zu 0 Stimmen 276 Millionen Franken genehmigt.
Quelle: PD
Visualisierung: So soll das Sicherheitszentrum Rothenburg dereinst aussehen.
Das Sicherheitszentrum soll auf einem kantonseigenen Grundstück beim Bahnhof Rothenburg Station und in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A2 realisiert werden. Regierungsrat Reto Wyss (Mitte) sagte, dieser Standort sei dank seiner Erschliessung einer der besten im Kanton.
Der neungeschossige Bau, von denen drei Untergeschosse sind, hat eine geschwungene Form und sieht wie ein Bürogebäude aus. Insgesamt stehen rund 50'000 Quadratmeter Geschossfläche zur Verfügung. Lediglich ein Drittel davon wird allerdings für Büros genutzt; hinzu kommen Spezialnutzungen wie eine Schiesstrainingsanlage, eine Werkstatt sowie Labore von Lebensmittelkontrolle und Veterinärdienst.
Interkantonale Leitstelle
Der grösste Teil der Fläche wird von der Polizei beansprucht, welche dort über ein neues Festnahmezentrum verfügen wird. Das heutige sei nicht mehr menschenrechtskonform, hiess es im Kantonsrat. Im Sicherheitszentrum wird daneben auch eine neue und gemeinsame Leitstelle für die Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden betrieben, die als zentrale Anlaufstelle bei Notfällen dient. Die Kriminalpolizei bleibt hingegen an der Kasimir-Pfyffer-Strasse, damit im Sicherheitszentrum Rothenburg genügend Raumreserven für künftige Entwicklungen erhalten bleiben.
In der Kantonsratsdebatte vom letzten Dienstag und heutigen Montag wurde das Vorhaben gelobt. Dieses biete eine gute Chance, um mit den anderen Kantonen zusammenzuarbeiten, sagte Urs Marti (Mitte). Sarah Bühler-Häfliger (SP) sprach von einem Gewinn für die ganze Zentralschweiz. Wichtig sei auch, dass wegen des Sicherheitszentrums kein Polizeiposten im Kanton Luzern geschlossen werde.
Synergien erwartet
Gesagt wurde im Rat auch, dass es ein teures, aber notwendiges Projekt sei. Martin Birrer (FDP) erklärte, man dürfe nicht nur die Kosten sehen, denn diese sollen sich finanziell und operationell auszahlen. Franziska Rölli (GLP) sagte, dass auch bei einem Verzicht auf das Sicherheitszentrum hohe Investitionen anstehen würden.
Auch die SVP stimmte dem Grossprojekt zu. Bernhard Steiner (SVP) sagte, dass Sicherheit eine staatliche Kernaufgabe sei. Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiteten heute teilweise in veralteten und ungenügenden Verhältnissen.
Neben der Staatsanwaltschaft Emmen werden auch die Lebensmittelkontrolle und der Veterinärdienst in Rothenburg untergebracht. Die Labore würden nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen, sagte Gian Waldvogel (Grüne).
Laut früheren Angaben des Kantons ist Ende November eine Volksabstimmung geplant. Die Inbetriebnahme des Sicherheitszentrums Rothenburg wird im Herbst 2032 angestrebt. (sda/pb)