Römischer Gutshof in Winkel ZH soll zum Freilichtmuseum werden
Die Stiftung für Archäologie und Kulturgeschichte im Kanton Zürich will die Ruinen des römischen Gutshofs Seeb in Winkel in ein Freilichtmuseum verwandeln. Der Zürcher Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat dafür einen Beitrag von 2,12 Millionen Franken.
Quelle: Kantonsarchäologie Zürich, Christoph Renold
Das Gelände des Gutshofes von Seeb ist öffentlich zugänglich.
Der römische Gutshof Seeb in der Gemeinde Winkel sei eine der wenigen konservierten römischen Ruinen im Kanton Zürich, heisst es in einer Mitteilung der Zürcher Staatskanzlei von Donnerstag. Mit seinen vielen Gebäuden, dem gut erhaltenen Bad, den Wandmalereien und Mosaikböden sei er im östlichen Mittelland einzigartig.
Nun soll aus den Ruinen des im Jahr 50 n. Chr. gegründeten Gutshofs ein Erlebnisort für Schulklassen, Familien, Spaziergänger und Velofahrer werden. Geplant seien Informationstafeln und Audiodateien, die den früheren Alltag im Gutsbetrieb vermitteln sowie Stereoskope, die eine dreidimensionale Rekonstruktion der Anlage zeigen.
Neu sollen laut Mitteilung ausserdem auch der Badetrakt sowie der Töpferofen der römischen Anlage das ganze Jahr über besichtigt werden können.
Lücke in Kantonsgeschichte schliessen
Das von der Stiftung geplante Freilichtmuseum gebe einen authentischen Einblick in die römische Epoche und schliesse damit eine Lücke im Hinblick auf die Geschichte des Kantons Zürich, heisst es in der Mitteilung weiter. Das Projekt leiste damit einen wesentlichen Beitrag zur Vermittlung des kulturellen Erbes.
Der Fokus liegt gemäss Mitteilung inhaltlich auf der Landwirtschaft, dem Landleben und der Ernährung. Die Römerstätte im Zürcher Unterland ergänze dadurch die anderen Angebote in der Nordwestschweiz. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat für das Projekt 2,12 Millionen Franken aus dem Gemeinnützigen Fonds. (mgt/pb)
Quelle: Kantonsarchäologie Zürich
Modell des Gutshofes von Seeb.
Quelle: Kantonsarchäologie Zürich, Harry Heidelberger
Mosaikboden im Westflügel des Herrenhauses.
Quelle: Kantonsarchäologie Zürich
Luftbild der heute konservierten Hausgrundrisse.
Quelle: Kantonsarchäologie Zürich, Manuela Gygax
Gefunden wurden auch kleinere Schätze: Neben vereinzelten Schmuckstücken liegen mit einer Herkulesstatuette und kleinen Votivbeilchen bescheidene Zeugnisse vor.