Hochwasserschutz: Geschiebe aus Palanggenbach wird im Urnersee verwertet
Nach den Unwettern Ende Juni hat der Kanton Uri den Geschiebesammler am Palanggenbach oberhalb von Attinghausen und Seedorf UR geräumt. Das Geröll wird nun nach Flüelen transportiert und im Rahmen der Seeschüttung im Urnersee eingebracht.
Quelle: AfT
Das Material beim Geschiebesammler Tobel wird im Rahmen der Seeschüttung im Urnersee eingebracht.
Der Geschiebesammler Tobel und der erst 2023 neu erstellte untere Geschiebesammler am Palanggenbach hielten das Geröll bei den starken Niederschlägen Ende Juni zurück und schützten damit die darunterliegenden Siedlungsgebiete, teilte die Urner Baudirektion am Montag mit.
Damit die Schutzanlage für künftige Unwetter wieder ihre volle Kapazität erreicht, wird das Material seit Freitag ausgeräumt. Danach wird das Geschiebe nach Flüelen transportiert und dort für die Seeschüttung im Urnersee weiterverwertet. Das unverschmutzte Material eigne sich für die Verbesserung der Flachwasserzonen, heisst es.
Naturnahe Materialverwertung
Die Arbeiten werden gemäss Mitteilung durch ein Monitoring begleitet, das laufend die Umweltverträglichkeit der Materialeinbringung überprüft. Ohne die Schutzbauwerke wäre ein Teil des Materials früher oder später ohnehin in das natürliche Mündungsgebiet und damit in den See gelangt, dies allerdings deutlich unkontrollierter, schreibt die Baudirektion.
Mit den Seeschüttungen aus dem Ausbruchsmaterial der zweiten Röhre des Gotthardstrassentunnels, dem geplanten Sisikonertunnel und jetzt aus dem Palanggenbach sollen Eingriffe am Südufer des Vierwaldstättersees korrigiert und Flachwasserzonen wiederhergestellt werden. Die Begradigung der Reuss ab 1851 und der Kiesabbau ab 1905 führten zu einer Erosion des Ufers und beeinträchtigten das Delta. (pb/mgt/sda)