08:12 BAUPROJEKTE

Projekt Wil West hat bei Nachhaltigkeit noch Optimierungspotenzial

Teaserbild-Quelle: zvg, wilwest.ch

2022 scheiterten die Pläne für das Areal Wil West im Kanton Thurgau am St. Galler Stimmvolk. Nun sollen die Grundstücke verkauft werden, die in St. Galler Besitz sind. Eine Nachhaltigkeitsprüfung attestiert dem Vorhaben noch Optimierungspotenzial.

Das Entwicklungsgebiet Wil West befindet sich im Kanton Thurgau, ist grösstenteils aber im Besitz des Kantons St. Gallen. Ursprünglich war geplant, auf dem Areal in den nächsten 20 Jahren Firmen anzusiedeln und damit 3000 Arbeitsplätze zu schaffen. Doch die Pläne scheiterten 2022 am St. Galler Stimmvolk, das den Sonderkredit von 35 Millionen Franken ablehnte.

Eine Entwicklung des Areals durch St. Gallen war damit nicht mehr möglich und das Projekt sollte fortan durch den Kanton Thurgau vorangetrieben werden. Dafür sollen die St. Galler Grundstücke verkauft werden. Um Vorbehalten gegen das Projekt aus der Abstimmung Rechnung zu tragen, wurde ein Dialog zwischen den Fraktionsdelegationen beider Kantonsparlamente aufgenommen.

Auf Nachhaltigkeit überprüft

Dabei sei gemeinsam entschieden worden, das Projekt nochmals eingehend auf Verbesserungsmöglichkeiten zu überprüfen, wie der Kanton St. Gallen am Montag mitteilte. So wurde das Gesamtvorhaben einer Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen.

Dabei habe sich bestätigt, dass das Projekt hinsichtlich Nachhaltigkeit vorbildlich sei, aber noch weiter optimiert werden könne. Die Ergebnisse wurden den Delegationen im Rahmen eines Austausches vorgestellt. Verbesserungspotential wurde in den folgenden Bereichen identifiziert:

  • Nachhaltiger Umgang mit dem Boden: bessere Ausnutzung, weniger Flächenversiegelung, zusätzliche Kompensation von Fruchtfolgeflächen im Kanton St.Gallen.
  • Nachhaltige Mobilität: weniger Autoverkehr und weniger Parkplätze.
  • Anpassung an die Klimaveränderung und Förderung der Biodiversität: mehr Grünraum und mehr Wasserflächen.
  • Nachhaltiger Betrieb des Areals: Adressbildung und Nutzung steuern.
  • Nachhaltiges Bauen und nachhaltige Energieversorgung: Stärkeres Engagement für den Klimaschutz.
  • Durchführung einer Areal-Zertifizierung gemäss dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS.

Volksabstimmung über Grundstück-Verkauf

Im Rahmen des Austausches setzten sich die Vertreter der Fraktionen mit den Ergebnissen und den vorgesehenen Stossrichtungen auseinander. Trotz intensiver und teilweise kontroverser Diskussion seien sich alle einig gewesen, dass die Abklärungen fundiert durchgeführt und alle ursprünglichen Bedenken aus den Fraktionen behandelt worden seien, heisst es in der Mitteilung.

Diskutiert wurde auch die geforderte Volksabstimmung im Kanton St. Gallen zum Verkauf der Grundstücke. Laut den Regierungsvertretern ist vorgesehen, dem Kantonsrat eine Vorlage zu unterbreiten, die dem fakultativen Referendum untersteht. Dies, indem der Verkauf der Grundstücke an zusätzliche Aufwertungs- und Bodenverbesserungsmassnahmen von Fruchtfolgeflächen durch den Kanton St. Gallen auf seinem Gebiet geknüpft wird.

Die verschiedenen Optimierungsvorschläge und die Inputs aus dem Austausch sollen nun in einem Bericht dargelegt werden. Dieser wird den beiden Parlamenten mit den Botschaften zum Grundstücksgeschäft zugestellt und Teil der parlamentarischen Diskussionen sein. Die Entscheide werden in der ersten Hälfte des Jahres 2025 erwartet. (mgt/pb)


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