13:27 BAUPROJEKTE

Neu-Vergabe der Pantanal-Voliere im Zoo Zürich kurz vor Abschluss

Teaserbild-Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media

Der Zoo Zürich sucht derzeit ein neues Unternehmen für den Bau der Pantanal-Voliere: Die Vergabegespräche stehen kurz vor dem Abschluss. Genauere Informationen gibt der Zoo derzeit aber nicht bekannt.

Visualisierung Pantanal Voliere Zoo Zürich

Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media

Die gesamte Last der zehn Stahlbögen sowie des 13'500 Quadratmeter grosse Gitternetz mit einem Gesamtgewicht von rund 1400 Tonnen liegt später auf dem Volierenrand.

Der Zoo arbeite daran, die Stahlbauarbeiten an der Voliere mit einem neuen Umsetzungspartner so schnell wie möglich wieder aufzunehmen, sagte Verwaltungsratspräsident Martin Naville am Donnerstag vor den Medien. Im Dezember deklarierte der Zoo einen Leistungsverzicht gegenüber der Stahlbaufirma Baltensperger. 

«Schon früh leuchteten bei mir die roten Lämpchen in der Zusammenarbeit mit der Firma», sagte Naville. Denn es habe in der Stahlbauphase durch die Firma bedeutende Abweichungen von den Vertragsvorgaben gegeben. Diese hätten die Technik, die Termine und die Kosten betroffen – «trotz intensiver Unterstützung des Zoos», wie Zoodirektor Severin Dressen betonte.

Verhandlungen im Januar gescheitert

Bereits im Dezember hatte der Zoo Zürich mitgeteilt, dass er die Zusammenarbeit mit der Baltensperger AG beendet hat. Grund dafür sei gewesen, dass es dem Unternehmen trotz mehrfacher Fristverlängerungen und zusätzlicher Unterstützung durch externe Fachleute nicht gelungen sei, die erforderliche Präzision für die Unterkonstruktion der Stahlbögen zu erreichen. Der Zoo sprach von «schwerwiegenden Vertragsverletzungen».

9,5 Millionen Franken, rund 75 Prozent der Vertragssumme, habe der Zoo der Firma vorausbezahlt. 4 Millionen Franken seien mit einer im Werkvertrag festgehaltenen Bankgarantie für die nicht erbrachten Leistungen gesichert gewesen. Teile im Wert von 0,7 Millionen Franken hatte der Zoo bereits erhalten. Weitere Teile im Wert von 4,2 Millionen Franken wurden schon vorproduziert, doch weigere sich die Firma Baltensperger die Teile herauszugeben.

Mitte Januar teilte der Zoo mit, dass auch die nachgelagerten Verhandlungen mit der Stahlbaufirma beendet wurden. Ziel der Gespräche war insbesondere, die Weiterverwendung bereits vorproduzierter Stahlbogen-Teile zu ermöglichen. «Um die Stahlbogen-Teile dennoch nutzen zu können, haben wir der Firma eine grosszügige Offerte für die Lieferung geboten», sagte Dressen am Donnerstag. Doch die Firma habe fast die gesamte Vertragssumme verlangt, woraufhin der Zoo die Verhandlungen beendet habe. Der Zoo plane nicht, die Firma Baltensperger einzuklagen, halte sich aber alle Optionen offen.

Visualisierung Pantanal Voliere Zoo Zürich

Quelle: Zoo Zürich, Region Five Media

Visualisierung der fertigen Pantanal Voliere.

Stahlbaufirma wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Baltensperger AG wies die Vorwürfe des Zoos in einer Stellungnahme zurück. Das Projekt sei deutlich komplexer als in der Ausschreibung beschrieben worden, und die vom Zoo geforderten Toleranzen seien gemäss unabhängigen Experten teilweise physikalisch nicht einhaltbar oder nur mit unverhältnismässig hohem Aufwand realisierbar. Die Firma betonte zudem, ihre gefertigten Bauteile entsprächen den technischen Anforderungen.

Ebenfalls im Dezember wurde bekannt, dass sich die Baltensperger AG in provisorischer Nachlassstundung befindet. Das Bezirksgericht Bülach gewährte diese bis April 2026. Je nach Verlauf kommt es zu einer definitiven Nachlassstundung, die mit der Sanierung der Firma oder dem Konkurs des Unternehmens enden kann. Mehr als 70 Arbeitsplätze sind potenziell betroffen. Die Firma hat jedoch signalisiert, dass der Betrieb voraussichtlich über eine Auffanggesellschaft weitergeführt werden soll.

Voliere mit 1400-Tonnen-Stahlnetz

Die Pantanal-Voliere ist das erste von mehreren Grossprojekten, die der Zoo Zürich im Rahmen seines Masterplans bis zum Jahr 2050 umsetzen will. Auf einer Fläche von rund 11'000 Quadratmetern soll das südamerikanische Feuchtgebiet Pantanal nachgebildet werden und dort unter anderem gefährdete Tierarten wie Ameisenbär, Hyazinthara, Flachlandtapir und Sonnensittich leben. Geplant ist ein rund 1400 Tonnen schweres Stahlnetz, getragen von zehn Stahlbögen, die bis zu 35 Meter hoch sind und ohne Stützpfeiler auskommen. 

Die Arbeiten an der Gross-Voliere stehen seit Wochen still. «Wir arbeiten daran, die Stahlbauarbeiten an der Voliere mit einem neuen Umsetzungspartner so schnell wie möglich wieder aufzunehmen», sagte Dressen. Derzeit liefen entsprechende Vergabegespräche und stünden kurz vor Abschluss. 

Erst wenn das neue Stahlbau-Unternehmen feststehe, könne auch der Terminplan kommuniziert und ein neues Eröffnungsdatum für die Pantanal-Voliere terminiert werden. «Wir möchten unsere Energie jetzt komplett auf das Bauprojekt fokussieren», sagte Dressen. (pb/mgt/sda)


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