Flughafenregion Zürich: Baubewilligte Summen wachsen weiter
In den letzten drei Jahren waren die auf Basis von Gesuchen ermittelten Hochbausummen von einer hohen Volatilität geprägt nach stabileren Vorperioden. Der Aufwärtstrend bei den Bewilligungen dürfte die Lage stabilisieren.
In der Flughafenregion erhöhte sich während der letzten drei Jahren die Volatilität bei den Hochbauinvestitionen, sodass deren Verlauf der Streckenführung eines Parabelflugs glich. Im Vergleich zum Vorjahr schmierte die auf Basis von Gesuchen ermittelte Hochbausumme gesamthaft um 34,0 Prozent ab (Zahlen per Ende Februar). Zu berücksichtigen sind dabei Basiseffekte nach dem hohen Vorjahreswert. In der Flughafenregion fiel der Wert eingereichter Baugesuche wie selten zuvor unter die Milliardengrenze. Für die Auftragslage entscheidend ist jeweils auch das Projektstadium.
Wohnbau stagniert auf hohem Niveau
Tatsächlich legte das Volumen baubewilligter Hochbauinvestitionen um 16,5 Prozent auf über eine Milliarde Franken zu, wie Zahlen der Infopro Digital Schweiz GmbH zeigen. Damit bestätigte sich in der Flughafenregion bei den Baubewilligungen der Aufwärtstrend der letzten drei Jahre, der in der Berichtsperiode in einem Spitzenwert gipfelte.
Beim Wohnbau war die auf Basis von Gesuchen ermittelte Investitionssumme gesamthaft rückläufig (-2,3%). Das Segment Mehrfamilienhäuser (MFH) stagnierte zwar (-2,1%), auf hohem Niveau allerdings. Und beim Segment Einfamilienhäusern (EFH) konnte sich der Rückgang immerhin stabilisieren. Das weitaus voluminösere Neubaugeschäft dürfte florieren (+7,2%), nicht jedoch der Umbaubereich (-51,7%).
Die baubewilligten Investitionen in mehrgeschossige Wohnhäuser konnten im Vergleich zur Vorperiode überdurchschnittlich zulegen (+55,3%) und dabei das beachtliche Wachstumstempo des Vorjahres übertreffen, getrieben wiederum vom Neubaugeschäft (+40,4%). Hohe Summen für Wohnhäuser baubewilligt wurden in Bülach, Opfikon und Kloten. Durchschnittlich waren die bewilligten Investitionen in Wallisellen, unterdurchschnittlich in Dübendorf.
Der Bevölkerungsentwicklung und dem Wohnbau nachgelagert ist in aller Regel der Bau von Ausbildungsstätten. Hohe Investitionen in Schulen sind in Dübendorf, Opfikon und Oberglatt vorgesehen. Für die Gebäudeinfrastruktur des Bildungswesens ist in der Flughafenregion ein Rekordwert bewilligt (+41,1%). Beim Gesundheitswesen lagen die Gebäudeinvestitionen auf Höhe des Durchschnittswerts.
Wachstumstreiber Bildung
Zwar wuchs der Wert der Gesuche von Industrie und Gewerbe zum Vorjahr um 16,5 Prozent. Doch blieb die bewilligte Neubausumme 25,2 Prozent unter dem Vorjahreswert zurück. Beim Bürobau fiel die baubewilligte Summe auf einen Bruchteil zusammen (-82,2%). In der Region wird der Bau von Büroflächen arg gebremst, weil auch weniger Projekte in petto sind. Denn der Wert der Gesuche verringerte sich zur Vorperiode um 54,8 Prozent.
Beim Segment «Gesellschaft, Kultur und Freizeit» entfällt ein Grossteil der baubewilligten Summe auf ein Grossprojekt in Kloten im Umfang von 150 Millionen Franken. Auf überdurchschnittlichem Niveau bewegten sich die baubewilligten Investitionen für Gebäude des Hotel- und Gastgewerbes.
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