Kanton spricht 187-Millionen-Zusatzkredite für Zukunft Bahnhof Bern
Der Kanton Bern hat weitere 187 Millionen Franken für den Bahnhofsausbau in der Stadt Bern gesprochen. Das Geld fliesst in das Teilprojekt der SBB. Die Gesamtkosten des Projekts steigen damit auf rund 1,46 Milliarden Franken.
Quelle: SBB, David Schweizer
Blick auf die Baustelle der Unterführung Mitte: Reisende, die vom Länggassquartier oder vom Hirschengraben her kommen, sollen damit künftig den SBB- und den RBS-Bahnhof rasch und ohne Umwege erreichen.
Im Dezember 2025 hatte sich herausgestellt, dass sich die
Mehrkosten im Gesamtprojekt «Zukunft Bahnhof Bern» (ZBB) auf 248 Millionen
Franken belaufen. Dabei fallen 187 Millionen im SBB-Projekt an, weitere 61
Millionen beim Projekt des Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS), wie aus einer
Mitteilung der Projektpartner vom Donnerstag hervorgeht.
Der Regierungsrat genehmigte zwei Zusatzkredite für die
Mehrkosten im Projekt der SBB, namentlich für die Publikumsanlagen und den
Zugang Bubenberg. Die Kredite werden zu zwei Dritteln aus der Kantonskasse
(124,6 Millionen Franken) und zu einem Drittel von den bernischen Gemeinden
(62,3 Millionen Franken) finanziert. Für die Mehrkosten im RBS-Projekt ist kein
Zusatzkredit nötig, da sich diese innerhalb des bewilligten Kreditrahmens
befinden.
Gründe für die Mehrkosten sind laut den Projektpartnern
unter anderem «anspruchsvolle bauliche und geologische Rahmenbedingungen»,
Abhängigkeiten zu Nachbarprojekten sowie Massnahmen zur Sicherstellung eines
stabilen Bahn- und Bahnhofsbetriebs. Auch die längere Bauzeit trägt zu höheren
Gesamtprojektkosten bei.
Stadt braucht Nachkredit
Die Stadt beteiligt sich anteilsmässig an der Finanzierung
der Mehrkosten für den Bau des Zugangs Bubenbergplatz. Der 2016 vom Stadtrat
genehmigte Kredit von 6,8 Millionen Franken muss deshalb um 1,7 Millionen auf
8,5 Millionen Franken erhöht werden. Der Stadtrat wird darüber befinden.
Die Kosten für die von der Stadt geplanten Bau- und
Verkehrsmassnahmen, etwa den Bau der Personenunterführung Hirschengraben, für
welche die Stimmberechtigten der Stadt Bern 2021 einen Kredit von 112 Millionen
Franken genehmigt haben, können aufgrund des weiterhin ausstehenden Baustarts
noch nicht abschliessend beziffert werden. Gegen die Überbauungsordnung für die
Personenpassage vom Hirschengraben wurden gemäss Mitteilung fünf Beschwerden
eingereicht.
Bauarbeiten schreiten voran
Trotz Mehrkosten und Verzögerungen kommen die Bauarbeiten
laut Projektpartnern gut voran. Bis Ende 2026 wird die SBB fünf von sechs
Perrons erhöht haben. Im neuen Bubenbergzentrum wurden seit Ende März die
ersten Gastro- und Dienstleistungsflächen eröffnet. Beim RBS-Projekt wurde
letzten Herbst der Rohbau der Perrons fertiggestellt, der Innenausbau ist nun
in Gang.
Die neuen Gesamtkosten für das Grossprojekt ZBB
veranschlagen die Projektpartner mit rund 1,46 Milliarden Franken. Der
ausgebaute und modernisierte Bahnhof Bern wird voraussichtlich im Jahr 2031
eröffnet. (sda/mgt/pb)