11:30 BAUPRAXIS

Wenn aus einer Hangsicherung Felskunst wird

Geschrieben von: Peter Weiss (pew)
Teaserbild-Quelle: Gasser Felstechnik AG

Heikle Geländeabschnitte zu sichern, an denen Gesteinsabbrüche drohen, gehört für Firmen wie die Gasser Felstechnik AG in Zeiten des Klimawandels zum täglichen Geschäft. Dass sich nach einem Eingriff auch der natürliche Charakter des Felses wieder herstellen lässt, zeigt ein Beispiel aus Rapperswil-Jona.

Felswand am Gubelstein in Rapperswil-Jona SG mit Unterfangung und Kunstfels

Quelle: Gasser Felstechnik AG

Eine Felswand, drei verschiedene Stadien: Der obere Fels ist unbehandelt, in der Mitte ist die Decklage aus Spritzbeton respektive der Kunstfels vor dem abschliessenden Farbauftrag zu sehen, darunter die Stahlgestänge als Grobmodellierung für den dort noch zu schaffenden Kunstfels.

Auf einem Privatgrundstück nahe des Zürichsees in Rapperswil-Jona SG bricht ein 0,75 Kubikmeter grosser Felsbrocken urplötzlich aus einer überhängenden Felswand und stürzt auf den darunterliegenden, gepflasterten Parkplatz. Nachdem sich zuvor immer wieder einmal Verwitterungsschutt aus den unterlagernden und erosionsanfälligen, stark sandigen Mergeln bis mergeligen Sandsteinen gelöst hatte, stand für die Bauherrschaft nach diesem Ereignis im vergangenen Herbst endgültig fest: Hier muss etwas getan werden. 

«Geologische Abklärungen haben dann ergeben, dass die ursprünglich sprengtechnisch erstellte Felsböschung aus äusserst harter Nagelfluh bergseitig spitzwinklig respektive im Winkel von zirka 15-20 Grad  durchsetzt ist, und zwar von engständigen talparallelen, vertikal bis steil nach Süden einfallenden Klüften mit Abständen von rund  0.8 bis 3 Meter», erklärt Robert Haas, Leiter der Abteilung Felssicherung der Gasser Felstechnik AG, der das Projekt leitete. «Diese Situation hat zur Bildung entsprechend steilstehender plattenförmiger Kluftkörper geführt.» Teilweise hätten die erfassten Klüfte Öffnungsweiten im Dezimeter-Bereich aufgewiesen und seien zudem mit humosem Lockergestein verfüllt gewesen. Die Nagelfluh sowie der unmittelbar darunter lagernde Mergelkalk seien von verwitterungsanfälligen mergeligen Sandsteinen sowie sandigen Mergeln unterlagert gewesen. «Ohne Sicherung würde die Absturzgefahr der schweren Kluftkörper ansteigen, da sie zunehmend ihrer stützenden Unterlage beraubt würden», führt Haas aus. «Dadurch wären die Bereiche, in denen sich Menschen aufhalten, akut gefährdet.»

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