Inkwilersee: Pfahlbauten vor Bibern geschützt
Das Schutzprojekt für die Unesco-Pfahlbauten im Inkwilersee ist abgeschlossen: Nun sind die prähistorischen Bauten dank einem Schutzgitter für Jahrzehnte vor Bibern geschützt.
Quelle: Kanton Bern
Die bronzezeitlichen Pfahlbauten im Inkwilersee sind von internationaler Bedeutung, weshalb sie vor dem Zugriff durch Biber geschützt werden mussten.
Im Inkwilersee, im Grenzgebiet der Kantone Bern und Solothurn, befinden sich prähistorische Pfahlbauten, die seit 2011 Teil des UNESCO-Welterbes «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen» sind. Um die Anlage dauerhaft vor Bibern zu schützen, wurde nun ein Schutzprojekt für 800'000 Franken realisiert. Die Kosten teilen sich die beiden Kantone und der Bund.
Anfang Dezember wurden die entsprechenden Bauarbeiten im Inkwilersee nun abgeschlossen. Die beiden Kantone Bern und Solothurn liessen dabei rund um die grosse Insel ein Gitter anbringen, das bis ins Wasser reicht und die Nagetiere vom Graben abhalten soll. Das Gitter wurde über die grosse Insel und bis zehn Meter in den See verlegt, fixiert und mit Kies und einem Häcksel-Erde-Gemisch zugedeckt. Das Gitter besteht aus Stahl und erlaubt es Pflanzen, weiterhin zu wachsen.
Quelle: Kanton Bern
Nach den Arbeiten ist ein Schutzgitter rund um die Insel montiert, das die Biber fernhält, den Seegrund als Lebensraum aber nicht beeinträchtigt.
Totholzbestand wieder hergestellt
Eine Rolle bei den Schutzmassnahmen spielte auch der Naturschutz. Dazu gehört der Schutz des Bibers und des Brutgebiets auf der Insel, halten die Kantone fest. So wurde nach den Bauarbeiten der ursprüngliche Totholzbestand auf dem Seegrund im Uferbereich wieder hergestellt. Dies erfolgte, um Lebensräume und Strukturen für Fische, Vögel und weitere Kleintiere zu bilden.
Die grosse Insel im Inkwilersee ist gemäss Angaben der Kantone eine seit langem bekannte und geschützte archäologische Fundstelle. Als Teil des Unesco-Welterbes "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" trägt sie seit 2011 sie den höchsten Schutz und ist von internationaler Bedeutung. Auf der Insel und dem Seegrund befinden sich gut erhaltene Siedlungsreste aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit (3800 bis 850 vor Christus). (SDA/bk)