In Zürich bremsen Einsprachen den Ausbau der Velovorzugsrouten aus
Während die Stadt Zürich heute Mittwoch einen weiteren Abschnitt des Zürcher Velovorzugsroutennetzes eingeweiht hat - die rund ein Kilometer lange Strecke verbindet das Stauffacherquai mit dem See - stockt der Ausbau noch immer: Zurzeit werden knapp 24 Kilometer von Einsprachen blockiert.
Mit dem neuen Abschnitt sind nun insgesamt 6,28 Kilometer Velovorzugsrouten des 130 Kilometer umfassenden, geplanten Netzes realisiert; das Netz soll bis 2031 fertig sein. Davon will die Stadt 50 Kilometer im Sinne der Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich» umsetzen, die von der Stimmbevölkerung im September 2020 mit 70,5 Prozent Ja-Stimmen gut geheissen worden war. Die Initiative hatte ein mindestens 50 Kilometer langes Velvorzugsoutennetz gefordert, auf welchem der Durchgangsverkehr unterbunden oder der Veloverkehr über baulich getrennte Velowege geführt wird.
Die Umsetzung der ambitionierten Pläne ist nicht einfach: So sind von den geplanten 130 Kilometern laut Stadt beinahe zwei Dutzend Kilometern durch Einsprachen gegen die jeweiligen Strassenbauprojekte respektive durch Neubeurteilungsbegehren gegen die angepassten Verkehrsvorschriften blockiert. «Natürlich würden wir gerne schneller vorwärts machen, um den Willen der Stimmbevölkerung umzusetzen», wird Simone Brander, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements in der Medienmitteilung, zitiert. Vielerorts verzögern Einsprachen die bereits fertig ausgearbeiteten Projekte. - Das komplette Netz soll bis 2031 fertig sein.
Von Altstetten an den Zürichsee auf der Velovorzugsroute
Die neu in Betrieb gegangene Strecke ist Teil der Velovorzugsroute «Bullingerplatz-See». Der rund ein Kilometer lange Abschnitt führt über die Stauffacherbrücke, die Sihlamtstrasse, die Flössergasse und die Tödistrasse an das General-Guisan-Quai. Der zweite Teil zwischen Bullingerplatz und Stauffacherquai soll noch dieses Jahr in die Planauflage gehen, wie die Stadt weiter schreibt. Sobald auch diese Verbindung umgesetzt ist, ist eine durchgehende Fahrt auf Velovorzugsrouten von Altstetten bis an den See möglich, wie es weiter heisst.
Damit die Velovorzugsroute nicht vom Durchgangsverkehr behindert wird, ist es für Autos nicht mehr möglich, von der Brandschenkestrasse in die Flössergasse abzubiegen. Zudem können Autos von der Tödistrasse nicht mehr geradeaus in die Flössergasse fahren. Diese neue Verkehrsführung und der geringe Autoverkehr erhöhten die Sicherheit für Velofahrerinnen und Velofahrer markant, so Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) in der Medienmitteilung. (sda/mai)