11:01 BAUPROJEKTE

Hochwasserschutz Sarneraatal: Auch im letzten Abschnitt harzt es

Teaserbild-Quelle: zvg, Kanton Obwalden

Noch rund 400 Meter verbleiben, bis der Entlastungsstollen zum Hochwasserschutz im Sarneraatal durchgebrochen ist. Nach mehreren Rückschlägen und Verzögerungen ist das Ende in Sicht, doch auch auf dem letzten Abschnitt geht es zäh voran. 

Wasserzutritte Hochwasserstollen Sarneraatal Obwalden

Quelle: zvg, Kanton Obwalden

Die grössten finanziellen Auswirkungen haben die Wasserzutritte. Im Bild: Wasserzutritte im Bereich Tunnelmeter 1454.

Der 6500 Meter lange Stollen zwischen Alpnach und Sachseln soll dereinst bei Hochwasser das Siedlungsgebiet vor Überflutung schützen. Im Jahr 2022 begannen die Bohrarbeiten. Aufgrund der schwierigen Geologie gab es immer wieder schlechte Nachrichten aus dem Erdinneren, die trotz Sondierbohrungen nicht prognostiziert waren. 

Grösste Auswirkungen durch Wasserzutritte

Dazu zählen etwa ein höherer Anfall von Bergwasser, höhere Druckfestigkeiten des Gebirges sowie eine grössere Anzahl Störzonen, die teurere Sicherheitsmassnahmen erforderten, wie der Obwaldner Baudirektor Josef Hess im vergangenen September sagte. All diese Vorkommnisse führten zu Mehrkosten. 

Der Baudirektor musste deshalb einen Zusatzkredit vom Parlament absegnen lassen: Das Projekt war von ursprünglich 115 Millionen auf 180 Millionen Franken angewachsen. Die grössten finanziellen Auswirkungen ergaben sich laut Hess durch die Wasserzutritte, die um das sieben- bis achtfache höher sind, als prognostiziert. 

Hess sagte damals im Kantonsrat, es verbleibe noch rund 1 Kilometer und man hoffe, Ende Januar die kritische Zone im Gestein überwunden zu haben. 

Störzone Hochwasserstollen Sarneraatal Obwalden

Quelle: zvg, Kanton Obwalden

Grössere Störzone bei Tunnelmeter 2014.

Zähe Arbeiten bis zum Ende

Aktuell seien noch rund 400 Meter Bohrstrecke übrig, sagte der Baudirektor am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Örtlich befinde man sich beim Sachsler Tunnel, der unterquert werde. Es habe sich aber gezeigt, dass die Arbeiten wohl bis am Ende aufwendiger sein werden. 

So komme es weiterhin immer wieder zu Niederbrüchen, was das Einsetzen von mehr Stahlbögen nötig mache. Entsprechend sei die Vortriebsleistung mit etwa zehn Meter pro Tag nur etwa halb so gross wie angenommen. Im Mergelgestein, das nun durchbrochen werde, sei Wasser zwar nicht mehr das Hauptproblem, dennoch treffe man hier immer wieder auf Feuchtigkeit. 

Durchstich im März vorgesehen

«Wir kommen ordentlich voran, aber nicht so schnell wie erhofft», hält Hess fest. Der Durchstich sei aktuell für die zweite Märzwoche vorgesehen. Bezüglich Kosten sei die Position «Unvorhergesehenes» wegen der jüngsten Verzögerungen bereits wieder aufgebraucht. 

Das Ziel, den Stollen auf die Hochwassersaison 2026 in Betrieb zu nehmen, bleibe aber realistisch. Nachdem die Tunnelbohrmaschinen abtransportiert sind, wird der Stollen mit einer Betonabdeckung versehen und die Ein- und Auslaufbauwerke werden erstellt. (pb/mgt/sda)


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