13:03 BAUPROJEKTE

Gateway Basel Nord: SBB bietet seltenen Arten ein neues Zuhause

Teaserbild-Quelle: Hectonichus, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia

Bevor auf dem früheren badischen Rangierbahnhof mit dem „Gateway Basel Nord“ ein neues, nationales Containerterminal entstehen kann, brauchen seine teils seltenen Bewohner wie Kronwicken-Bläulinge Ersatzhabitate. Die SBB bietet Flächen entlang von Bahnlinien an.

Kronwicken-Bläuling auf einem Blatt.

Quelle: Hectonichus, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia

Kronwicken-Bläulinge sind ausserhalb von Basel nur noch im Tessin und in der Region um Genf zu Hause.

Den Kronwicken-Bläuling trifft man in der Schweiz eher selten an. Der kleine Tagfalter ist vor allem in der Region um Genf und im Tessin zu Hause, aber auch in Basel auf dem ehemaligen Rangierterminal der Deutschen Bahn, wo dereinst mit dem „Gateway Basel Nord“ (GBN) ein nationales Containerterminal entstehen soll. Nachdem 1990 der Betrieb des badischen Rangierbahnhofs eingestellt worden war hat sich im Laufe der Jahre auf seinen Schotterflächen eine vielfältige, teils seltene Tier- und Pflanzenwelt entwickelt.

Mittlerweile ist die Brache im kantonalen Inventar der schützenswerten Naturobjekte aufgenommen worden, und sie wird im Inventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung gelistet. Somit darf nur in das Gebiet eingegriffen werden, wenn es sich dabei um ein Projekt von schweizweitem Interesse handelt, das an den entsprechenden Standort gebunden ist. Für das künftige GBN trifft beides zu. Damit es realisiert werden kann müssen die Bewohner des Areals aber alternative Habitate erhalten, die mit der Brache verbunden sind.

Wurzelstockhaufen oder Sandinseln

Wie die SBB heute mitteilte, will sie das GBN unterstützen, geeignete Ersatzmassnahmen zusätzlich auch auf SBB-eigenen Flächen entlang der Bahnstrecken zu identifizieren. Dies soll in erster Linie in der Region geschehene, allenfalls aber auch überregional in Abstimmung mit dem Bundesamt für Umwelt und dem Bundesamt für Verkehr. Zumal sich laut SBB auf und an den Gleisflächen vergleichbare Voraussetzungen für die betroffene Flora und Fauna finden.

„Ziel ist dabei, vergleichbare trockene, warme und nährstoffarme Lebensräume zu schaffen, diese auch langfristig zu erhalten und fachgerecht zu unterhalten“, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Ausserdem sollen diese Plätze für die Tiere und Pflanzen aufgewertet werden, indem für sie kleine Strukturen wie Wurzelstockhaufen oder Sandinseln angelegt werden.

Sobald die entsprechenden Massnahmen festgelegt worden sind, wird GBN diese beim BAV als Projektergänzung zur Genehmigung einreichen. (mai)

Gateway Basel Nord (GBN)

Das GBN ist ein Terminal für Schiene, Strasse und den Rhein; Er soll die Anbindung der Schweiz an den europäischen Güterverkehr sicherstellen. Gemäss Auflage des Bundesamts für Verkehr müssen 50 Prozent der Container, die dort ankommen, auf der Schiene weiter transportiert werden. Damit sollen sich laut einem Artikel von „SBB Cargo“ jährlich 100‘000 LKW-Fahrten auf die Schiene verlagern lassen.

Geplant sind für das GBN sechs parallele, bis zu 750 Meter lange Umschlagsgleise. Zudem soll eine moderne Krananlage dafür sorgen, dass mehrere Züge gleichzeitig abgefertigt werden können. Ein drittes Hafenbecken ist ebenfalls vorgesehen.

Weitere Informationen zum Projekt: www.gateway-baselnord.com

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