12:08 BAUPROJEKTE

Fassadenelemente aus China für Zürichs Europaallee

Teaserbild-Quelle: zvg / Archiv Baublatt

Fassadenelemente für das Projekt auf Baufeld F der Zürcher Europaallee werden in China zusammengebaut. Das weltweit aktive Fassadenbauunternehmen ist nicht zum ersten Mal für Schweizer Projekte tätig.

Visualisierung (zvg / Archiv Baublatt)

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Zürichs Europaallee wächst. Zurzeit wird das Baufeld F bebaut, das sich direkt neben dem Gleisfeld des Hauptbahnhofs befindet. Im Gebäudekomplex aus der Feder der Boltshauser Architekten sind Wohnflächen sowie Raum für Büros, Dienstleistungen und Läden geplant. Laut europallee.cherfüllen die Gebäude die Voraussetzungen für das Nachhaltigkeitslabel DGNB Platin.

Allerdings dürfte es fraglich sein, wie es bei dem Projekt um die graue Energie bestellt ist: Bevor sie auf der Baustelle montiert werden, werden die Fassadenelemente in den Werken der Yuanda Group in China zusammengebaut. Dies berichtet der Tages-Anzeiger in seiner heutigen Ausgabe. Gewisse Werkstoffe legten die Reise gleich zwei Mal zurück, heisst es weiter. Denn für die vorgefertigten Teile werden Muschelkalkplatten und Sonnenstoren aus Deutschland verwendet. Wie die Zeitung weiss, hat die Yuanda Group schon bei anderen Schweizer Projekten mitgewirkt, etwa bei den Hochhäusern auf der Luzerner Allmend und dem Park Tower in Zug – allerdings stehen im Gegensatz zur Europaallee Bauherren dahinter.

Beim Verband der Schweizer Fassaden- und Fensterbauer (SZFF) komme es schlecht an, dass die SBB einen derart grossen Auftrag nach China gegeben habe, weiss der Tages-Anzeiger. „Das schadet der Schweizer Wirtschaft – und damit dem Bund, der von unseren Steuern lebt“, wird SZFF-Direktor Fabio Rea zitiert. Er verweist zudem auf das Grossprojekt „The Circle“ beim Flughafen Kloten, wo der Zuschlag für die Fassade an ein deutsches Unternehmen ging und spricht von einem „brutalen Preiskampf“. Dieser vernichte in der Schweiz auf die Dauer Arbeitsplätze und Wissen. Derweil verweist die SBB gegenüber der Zeitung auf das öffentliche Beschaffungsrecht, dass die Bevorzugung einheimischer Anbieter verbietet. (mai)

Den ausführlichen Artikel des Tages-Anzeigers finden Sie hier.

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