12:05 BAUPROJEKTE

Erweiterung des Empa-Campus in Dübendorf

Teaserbild-Quelle: SAM Architekten / Filippo Bolognese Images

Der Forschungscampus der Empa in Dübendorf wächst. Gestern fand der offizielle Spatenstich für die Erweiterung statt, die bis Mitte 2024 fertig gestellt sein soll. Dabei handelt es sich um ein Laborgebäude, ein Multifunktionsbau und ein Parkhaus.

Das Laborgebäude, ein kompakter Bau mit rund 60 neuen Labors und Büroräumen sowie Multifunktionsflächen im Parterre, muss laut Empa hohen baudynamischen Anforderungen genügen. Das Gebäudevolumen beträgt knapp 40‘000 Kubikmeter.

Derweil sollen im Multifunktionsgebäude rund 1‘000 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung gestellt werden. Im Erdgeschoss wird ein Gastrobereich mit einer gegen den Campus ausgerichteten Loggia untergebracht. Das Parkhaus umfasst 260 Parkplätze, zudem soll hier die Fahrzeugflotte der Empa Platz finden, inklusive Werkstatt und Waschanlage. Das Volumen von Multifunktionsgebäude und Parkhaus beträgt weitere knapp 60‘000 Kubikmeter. Wie die Empa mitteilt, sollen alle Neubauten Minergie-P-Eco zertifiziert sein. Auf diese Weise will die Empa einen modernen, attraktiven Forschungscampus schaffen, mit für Fussgänger und Velofahreren einladenden Räume zwischen den verschiedenen Bereichen. Dazu werden alle Parkplätze ins Parkhaus verlegt und das ganze Areal vermehrt begrünt.

Neue Gebäude als Forschungsobjekt

Beim neuen Campus kommen auch Entwicklungen und Innovationen aus den Empa-Labors zur Anwendungen. Dies gilt vor allem für den Energie- und Gebäudebereich, denn künftig soll nicht nur in, sondern auch an und mit den neuen Gebäuden geforscht werden. So ist ein Feld mit 144, bis in 100 Meter in die Tiefe reichenden Erdsonden vorgesehen, die die Abwärme der Gebäude speichern, damit sie im Winter zum Heizen genutzt werden kann.

Das ursprünglich vorgeschlagene Betriebskonzept von der Empa-Abteilung «Urban Energy Systems» ist dahingehend überarbeitet worden, dass anstelle des «konventionellen» Niedertemperatur-Erdsondenfelds ein neuartiges, experimentelles Hochtemperatur-Erdsondenfeld gebaut werden kann. Im Sommere wird die Abwärme der Kältemaschinen über die Erdsonden ins Erdreich geleitet, der saisonale Erdwärmespeicher wird so geladen. Und im Winter wird die Energie dem Erdreich zum Heizen wieder entzogen; der saisonale Erdwärmespeicher wird «entladen». Dieses Projekt soll nach laufend untersucht werden, um zu erfahren, wie es die Energieversorgung des Campus, dessen Betrieb und Versorgungssicherheit beeinflusst.

Zudem wird im neuen Laborgebäude dank spezieller Trenntoiletten der Urin gesammelt und zum Water Hub der Eawag im NEST geleitet. Im dortigen Labor wird er zu Pflanzendünger verarbeitet. (mai/mgt)

Video vom Spatenstich der Empa

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© James Sullivan, unsplash

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