07:09 BAUPROJEKTE

BAV erteilt Baubewilligung für Erneuerung der Schilthornbahn

Teaser-Quelle: Schilthornbahn AG

Die Schilthornbahn kann für 90 Millionen Franken neu gebaut werden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat dem Projekt «Schilthornbahn 20XX» die Plangenehmigung erteilt, wie es am Donnerstag mitteilte. 

Die Genehmigung gilt für alle drei Abschnitte Stechelberg-Mürren, Mürren-Birg und Birg-Schilthorn. Das BAV hat für diese Abschnitte auch die Konzession erteilt. Bereits im vergangenen Jahr waren alle vier Einsprachen erledigt worden, nachdem einvernehmliche Lösungen gefunden wurden.

Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger sagte am Donnerstag auf Anfrage, mit einem Start der Bauarbeiten sei im kommenden Frühling zu rechnen. In drei bis vier Jahren sei die Bahn neu gebaut. Noch müsse aber der Verwaltungsrat im Dezember das Bauprogramm genehmigen.

Aktienkapitalerhöhung vorgenommen

Zur Finanzierung des Vorhabens hat das Unternehmen eine Aktienkapitalerhöhung vorgenommen. Es bezahlt die Kosten laut Egger mit Fremd- und Eigenmitteln. Von der Pandemie wird das Projekt laut Egger nicht in Frage gestellt. Die zuletzt stark zunehmende Nachfrage habe es gestärkt.

Vorstellbar sei aber, dass der Verwaltungsrat allenfalls das Bauprogramm zeitlich etwas ausdehne. Noch kann gegen die Plangenehmigungsverfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht werden.

Nur noch drei statt vier Sektionen

Die Schilthornbahn will die bestehende Luftseilbahn durch eine neue ersetzen, die die Talstation in Stechelberg in möglichst gerader Linie mit dem Schilthorn verbindet. Die neue Luftseilbahn wird nicht mehr vier, sondern nur noch drei Sektionen aufweisen: Jene von Stechelberg nach Mürren, von Mürren nach Birg und von Birg aufs Schilthorn.

Deshalb musste ein neuer Seilbahnkorridor definiert werden, welchen der Kanton Bern im März 2021 genehmigte. Der bisherige Halt in Gimmelwald entfällt. Das Bergdorf soll weiterhin mit der bisherigen Bahn erschlossen werden.

Mit dem Neubau kann die Schilthornbahn ihre Kapazität von 400 auf 800 Gäste pro Stunde verdoppeln. Die Reisezeit vom Tal zum Gipfel sinkt – Umsteigen inbegriffen – auf unter eine halbe Stunde. Das Schilthorn wird an 365 Tagen pro Jahr zugänglich.

Laut Egger handelt es sich seilbahntechnisch gesehen um einen kompletten Neubau. Nur im Bereich der Seilbahn Stechelberg-Gimmelwald-Mürren blieben die Stationen bestehen. Auch das Gipfelrestaurant «Piz Gloria» bleibt.

Visualisierung neue Kabine Luftseilbahn Schilthornbahn

Quelle: Schilthornbahn AG

Visualisierung: So soll die neue Kabine der Luftseilbahn «Schilthornbahn 20XX» dereinst aussehen.

Neue Kabinen mit bodentiefen Fenstern

Die Kabinen werden ersetzt, wie der Internetseite der Schilthornbahn zu entnehmen ist. Die neuen Modelle sollen mehr Platz, Komfort und durch teilweise offene, bis zum Boden reichende Fenster mehr Aussicht bieten und ein «Cabrio-Feeling» ermöglichen. Jede Person soll über 25 Prozent mehr Platz verfügen, als in den heutigen Kabinen, heisst es weiter.

Die neuen Modelle werden daneben über eine Boden- und Scheibenheizung verfügen, um im Winter vor Schnee und Eis zu schützen und ein Beschlagen der Scheiben zu verhindern. Zudem sind die Kabinen für den Gütertransport mit Unterlast ausgelegt: Dieser soll mittels separaten, an den Kabinen unterhängten Containern erfolgen.

Funifor-Seilbahnen für hohe Windstabilität

Oberhalb von Mürren werden im Zuge des Projekts ausserdem sogenannte Funifor-Seilbahnen die Stationen Birg und Schilthorn erschliessen. Das Funiforsystem verfügt laut dem Unternehmen über eine hohe Windstabilität und ermöglicht einen kompakten Stationsbau.

Für die neuen Stationsgebäude erarbeitete die Schilthornbahn laut eigenen Angaben gemeinsam mit dem Bundesamt für Kultur, der kantonalen Denkmalpflege sowie dem Berner Heimatschutz ein einheitliches Architekturkonzept. (sda/pb)

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