08:04 BAUPROJEKTE

Diese Projekte beschäftigen den Kanton Aargau 2021

Autoren: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Graber Pulver / maaars Visualisierungen

Wohlen ringt um das grösste Bauvorhaben seiner Geschichte, die Kapo in Aarau braucht einen neuen Posten und der niederländische Konzern DSM sorgt im Fricktal für neue Gebäude: Ein Überblick über die aktuellen Aargauer Bauprojekte.

Visualisierung DSM Royal Campus

Quelle: DSM

Visualisierung: DSM Royal Campus.

Investition trotz Corona

Kaiseraugst – Der niederländische Chemiekonzern DSM ist schon seit geraumer Zeit im Fricktal präsent. Nun baut der Konzern nächstes Jahr einen neuen Campus auf dem Firmengelände, den er sich über 100 Millionen Franken kosten lässt. In den Neubau wollen die Holländer Erkenntnisse aus der Covid-19-Pandemie einfliessen lassen und die Ausgestaltung der Arbeitsplätze entsprechend anpassen. Zugleich will man alle Mitarbeiter von DSM Nutritional Products Kaiseraugst in einem Campus zusammenführen. Der Bezug des 137 Meter langen, 36 Meter breiten und 17,5 Meter hohen Innovationsgebäudes soll vor Ende 2023 erfolgen. Der Bau, der auf 21‘600 Quadratmetern Bruttogeschossfläche 220 Arbeitsplätze bietet, wird über zwei transparente Brücken mit dem Hauptgebäude verbunden.

www.dsm.com

Visualisierung Post Paketzentrum Untervaz AG

Quelle: Post

Visualisierung: Post Paketzentrum Untervaz AG.

Investition wegen Corona

Buchs – Vor zwei Jahren war in Buchs AG die Enttäuschung gross: Die TNT Swiss Post verliess den Standort, womit 300 Arbeitsplätze wegfielen. Doch die Corona-Krise bringt einen Teil davon wieder zurück: Die Post baut auf dem ehemaligen TNT-Standort das erste regionale Paketzentrum im Mittelland. Damit entstehen ab Mitte nächsten Jahres rund 150 neue Jobs. Die Post hatte schon zuvor für rund 60 Millionen Franken seine drei grossen Paketzentren Frauenfeld, Härkingen und Daillens ausgebaut und für 190 Millionen Franken vier regionale Paketzentren errichtet. Zuletzt wurde das Zentrum in Untervaz gebaut, das 50 Millionen Franken kostete und wo 155 Personen arbeiten. Das Zentrum Buchs dürfte also in einer ähnlichen Preisklasse liegen.

www.buchs-aargau.ch 

Visualisierung Regionales Pflegezentrum Baden

Quelle: Graber Pulver / maaars Visualisierungen

Visualisierung: Regionales Pflegezentrum Baden.

Pflegezentrum will wachsen

Baden – Das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB) zählt mit seinen rund 300 Betten zu den grössten Pflegeeinrichtungen im Kanton Aargau. Und parallel zum Bevölkerungswachstum im Bezirk wird auch das RPB in den nächsten Jahren weiter wachsen, unter anderem mit zwei Bauprojekten. Zum einen steht die Sanierung der denkmalgeschützten Hauptgebäude an, zum anderen soll ein Neubau mit 80 Alterswohnungen auf dem Gelände des Pflegezentrums errichtet werden. Das Projektvolumen beträgt insgesamt rund 140 Millionen Franken. Die Arbeiten am Neubau der Zürcher Architekten Graber Pulver hätte schon in diesem Frühjahr beginnen sollen. Doch die Baubewilligung könnte sich verzögern, da im Einwohnerrat per dringlichem Gesuch eine Überarbeitung des Baugesuchs erreicht werden soll.

www.rpb.ch 

Grafik Schlaufe Mägenwil

Quelle: SBB

Grafik: Schlaufe Mägenwil.

Schleife sorgt für Entlastung

Mägenwil – Die Heitersbergstrecke zwischen Aarau und Spreitenbach ist an ihrer Grenze. Vor allem der dichte Mischverkehr lastet die Gleise der SBB aus: Schnelle Intercity-Züge wie auch überall haltende S-Bahnen und noch langsamere Güterzüge verkehren auf dieser Strecke. Die Auslastung ist so hoch, dass ein Ausbau der stark genutzten S-Bahn-Linie 11 zwischen Aarau und Zürich nicht möglich ist. Abhilfe schaffen wird die Schlaufe Mägenwil: Für 160 Millionen Franken erstellen die SBB ein zusätzliches Gleis, dank dem die Güterzüge auf einer separaten Strecke zum Rangierbahnhof Limmattal fahren können. Der Bau ist komplex, da die Strecke über diverse Strassen und unter der Autobahn A1 durchführen wird.

www.sbb.ch 

Visualisierung Neubau für Kantonspolizei Aargau

Quelle: SAM Architekten

Visualisierung: Neubau für Kantonspolizei Aargau.

«Grüner Posten» für Kapo Aargau

Aarau – Der aktuelle Standort der Kantonspolizei Aargau im Aarauer Telli kann den Raumbedarf nicht mehr decken. Zwischen dem bestehenden Bau und dem Telli-Hochhaus wird deshalb für 65 Millionen Franken ein neues Polizeigebäude erstellt. Baubeginn soll im Sommer nächsten Jahres sein. Der Neubau aus der Feder der Zürcher SAM Architekten soll auf fünf Etagen eine Nutzfläche von gut 5500 Quadratmetern bereitstellen. Dank Photovoltaik auf dem Dach, einem Anschluss ans Fernwärmenetz und Grundwasser als Energieträger soll der neue Polizeiposten möglichst klimaneutral betrieben werden können. Noch sind aber ein paar Hürden zu überwinden: Die öffentliche Anhörung zum Projekt endete kurz vor Redaktionsschluss. Wenn danach alles nach Zeitplan läuft, wird der Aargauer Grosse Rat im August über den notwendigen Kredit befinden.

www.ag.ch 

Visualisierung Turnzentrum Lenzburg

Quelle: Turnzentrum Aargau

Visualisierung: Turnzentrum Lenzburg.

Neues Zentrum für Turntalente

Lenzburg – Die Aargauer Kunstturner brauchen eine neue Bleibe: Der Mietvertrag im bestehenden Turnzentrum in Niederlenz läuft Ende 2022 aus, und die Halle wird abgerissen. Nach Abwägung verschiedener Optionen entschied man sich, in Lenzburg ein neues Turnzentrum zu errichten. Kernstück des 14 Millionen Franken teuren Projekts ist eine 1900 Quadratmeter grosse Turnhalle mit hohen Decken, viel Licht und einer Tribüne für 300 Zuschauer. Dazu kommen Kraft-, Physio- und Erholungsräume sowie ein Schulzimmer für den Förderunterricht. Und schliesslich wird auch der Aargauer Turnverband neue Geschäftsräume im Zentrum beziehen, dessen Baupläne mit Ende letzten Jahres auflagen. Der Neubau wird durch das Nationalen Sportanlagenkonzept des Bundes finanziell gefördert sowie vom Swisslotto-Sportfonds und der Stadt Lenzburg. Der Turnverband will seinerseits mit einem Fundraising zwei Millionen Franken zusammenbringen. Bei Redaktionsschluss hatte man schon über 750‘000 Franken beisammen.

turnzentrum-aargau.ch/turnzentrum 

Visualisierung Projekt Domus

Quelle: liebrueti-domus.ch

Visualisierung: Projekt Domus.

«Domus» Liebrüti reloaded

Kaiseraugst – Bereits letztes Jahr figurierte das Projekt «Domus» in der Übersicht unserer Projekte. Doch wie der Eigentümer der Überbauung Liebrüti bei Kaiseraugst haben wir uns zu früh gefreut: Es waren noch nicht alle Einsprachen durch. Nun liegt, 26 Monate seit Einreichen des Baugesuchs, die Bewilligung für das 70-Millionen-Projekt vor und die Bauarbeiten können beginnen. Vor allem die Gestaltung und Farbgebung der Fassade des 72 Meter hohen Wohnturms gab zu reden – diese wird nun von einer Fachkommission begleitet. Baulich wird vor allem die Fundation des Turms über dem Einkaufszentrum anspruchsvoll: Das Zentrum wird stillgelegt, die Decke entfernt und nach Einbau der Fundation wieder geschlossen. So soll das Zentrum 2023 wieder öffnen können, der Turm folgt ein- bis eineinhalb Jahre später.

www.liebrueti-domus.ch

Autoren

Freier Mitarbeiter für das Baublatt.

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Interview-Serie «Chefsache»
© fill / pixabay.com / public domain ähnlich

Interview-Serie «Chefsache»

In der Interview-Serie «Chefsache» nehmen bekannte Exponenten der Bauwirtschaft in loser Folge Stellung zu Fragen rund um das Thema Führung. Alle Teilnehmer erhalten die gleichen 20 Fragen, von denen sie zwölf auswählen und schriftlich beantworten können.

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