Bund reicht Baugesuch für Nationalbibliothek in Bern ein
Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) hat das Baugesuch für die Sanierung und Erweiterung der Schweizerischen Nationalbibliothek in der Stadt Bern eingereicht. Der Baustart ist für das Jahr 2027 geplant.
Quelle: Christ & Gantenbein
Visualisierung: Haupteingang zum künftigen Schweizerischen Nationalmuseum in Bern.
Das fast 100 Jahre alte Gebäude an der Hallwylstrasse müsse umfassend saniert werden, um seine Funktionen auch künftig zuverlässig erfüllen zu können, heisst es in einer Mitteilung des BBL von Donnerstag. Das Projekt markiere einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der Schweizerischen Nationalbibliothek, die zum Museumsquartier Bern mit mehreren bedeutenden Kulturinstitutionen gehört.
Grundlage für die geplante Sanierung und Erweiterung bildet das 2023 aus einem Studienauftrag ausgewählte Siegerprojekt «Natbib» der Arbeitsgemeinschaft Christ & Gantenbein Architekten aus Basel sowie Drees & Sommer Baumanagement. Mit den Arbeiten wird die Gebäudestruktur und -technik ertüchtigt, das Raumklima optimiert und eine multifunktionale Nutzung des Gebäudekomplexes ermöglicht.
Erhebliche Mängel in der Statik
Das denkmalgeschützte Gebäude an der Hallwylstrasse stammt aus den 1930er-Jahren und ist gemäss Mitteilung ein bedeutendes Zeugnis des «Neuen Bauens». Es wurde im Laufe der Zeit um zwei unterirdische Magazine erweitert und beherbergt seit 1989 das Bundesamt für Kultur (BAK). Die Sanierung wird aufgrund «erheblicher Mängel in der Statik» nötig. Alle Eingriffe erfolgen gemäss BBL in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege.
Im Zentrum der neuen Nationalbibliothek steht gemäss Mitteilung das «Forum», ein öffentlicher Begegnungsraum für Ausstellungen, Workshops, Forschung, Austausch, Inspiration und Innovation. Das Erdgeschoss soll zu einem Forum mit Bistro und vielseitig nutzbaren Räumen werden, während im ehemaligen Büchermagazin die klassischen Bibliotheksnutzungen untergebracht werden.
Die Flügel- und Verbindungsbauten beherbergen die Arbeitsräume des BAK und der Nationalbibliothek, und im unterirdischen Erweiterungsbau sind Ateliers, Werkstätten, Lagerflächen und Technikräume geplant.
Provisorien für die Haustechnik
Während der gesamten Bauzeit müsse der Schutz der eingelagerten Güter in den Tiefmagazinen gewährleistet bleiben, heisst es weiter. Dafür werden diverse Provisorien für die Haustechnik erstellt. Die Arbeiten erfolgen gemäss BBL auf engem Raum und unter Einbezug der direkten Nachbarn. Das Projekt wird nach den Standards des Nachhaltigen Bauens Schweiz (SNBS) entwickelt.
Aufgrund der Bauarbeiten zieht die Nationalbibliothek etappenweise bis Ende November 2026 in ein provisorisches Gebäude an der Monbijoustrasse 72–74 («Titanic»). Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, nach aktuellem Planungsstand ist die Inbetriebnahme der sanierten und erweiterten Nationalbibliothek im Jahr 2034 geplant.
Das Parlament muss für die Umsetzung einen Verpflichtungskredit über 211,7 Millionen Franken bewilligen. Das Geld wird mit der Immobilienbotschaft 2026 beantragt. (sda/mgt/pb)