10:59 BAUPROJEKTE

Berner Heimatschutz sieht Nein zu Kunstmuseum als Chance

Teaserbild-Quelle: Kunstmuseum Bern

Nach dem Volks-Nein zum Projektierungskredit für das Kunstmuseum Bern fordert der Berner Heimatschutz ein Umdenken. Das Scheitern des Projekts «Eiger» biete die Möglichkeit, den bestehenden Trakt des Architekturbüros Atelier 5 aus dem Jahr 1984 langfristig zu sichern.

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Quelle: Kunstmuseum Bern

Visualisierung: So hätte der Ersatzneubau für den Atelier-5-Bau aussehen sollen.

Die neue Situation sei als Denkpause zu nutzen, um mit dem vorhandenen Baubestand weiterzuarbeiten, teilte der Berner Heimatschutz Region Bern Mittelland am Dienstag mit.

Bei allen drei betroffenen Gebäuden – dem Hauptgebäude von 1879, dem Erweiterungsbau von 1983 und dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kantonspolizei von 1958 – handle es sich gemäss städtischem Bauinventar um schützenswerte Baudenkmäler. Der Atelier-5-Bau sei zudem einer «der frühesten White-Cube-Museumsbauten in Mitteleuropa».

Um die Zukunft des Kunstmuseums unter Berücksichtigung der Klimaziele und einer hohen baukulturellen Qualität zu sichern, müssten ab sofort alle Kräfte für die Erhaltung und die sorgfältige Weiterentwicklung des Bestands eingesetzt werden, schreibt der Berner Heimatschutz.

Graue Energie im Fokus

Das verworfene Neubauprojekt sei im Vorfeld nur deshalb als ökologisch bezeichnet worden, weil die im bestehenden Bau gespeicherte Energie sowie der Aufwand für den Abbruch ignoriert worden seien. Angesichts der Klimakrise seien Ersatzneubauten nur in absoluten Ausnahmefällen zu rechtfertigen.

Der Heimatschutz verlangt nun eine unabhängige Überprüfung des tatsächlichen Raumbedarfs. Mit der Variante «Sanierung +» unter Einbezug des Ex-Polizeigebäudes liessen sich echte Mängel nachhaltig beheben. Dabei müsse das Notwendige klar vom Wünschbaren unterschieden werden.

Knappes Nein an Urne

Das Projekt «Eiger» aus der Feder der Zürcher Schmidlin Architekten sah vor, das historische Gebäude von 1879 umfassend zu erneuern und den Erweiterungsbau von 1983 durch einen Neubau zu ersetzen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben wurden auf 147 Millionen Franken geschätzt.

Das Volk lehnte den Projektierungskredit am Wochenende mit einem Nein-Anteil von 51,8 Prozent ab. Das Abstimmungsresultat wurde von den Befürwortern als Nein zur vorgelegten Finanzierungslösung gedeutet. (sda/pb)


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