13:30 BAUPROJEKTE

Basler Energieversorger IWB baut Wärmespeicher im St. Johann

Teaserbild-Quelle: e-bau GmbH

Der Energieversorger Industrielle Werke Basel (IWB) plant im St. Johann beim Fernheizkraftwerk Volta einen 42 Meter hohen Wärmespeicher für Fernwärme. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Winter 2026/27 starten.

Visualisierung des Wärmespeichers beim Fernheizkraftwerk Volta in St. Johann

Quelle: e-bau GmbH

Visualisierung: So soll der 42 Meter hohe Wärmespeicher in St. Johann dereinst aussehen.

Der Speicher soll CO2-neutral erzeugte Wärme, etwa aus der Kehrichtverwertungsanlage und den Holzkraftwerken, zwischenspeichern, wie die IWB am Mittwoch mitteilten. Wärme, die tagsüber nicht unmittelbar benötigt wird, kann als heisses Wasser gespeichert und während der Spitzenzeiten frühmorgens oder abends ins Fernwärmenetz eingespeist werden, heisst es.

Dadurch kommen mit Erdgas betriebene Fernwärmeanlagen seltener zum Einsatz, womit der fossile Anteil in der Produktion sinkt. Somit soll der geplante Speicher ein «wichtiger Baustein in der Dekarbonisierung der Basler Fernwärmeversorgung» sein, um die Netto-Null-Ziele des Kantons zu erreichen, wie die IWB schreiben.

Standort Volta als wichtiger Knotenpunkt

Der Standort Volta sei der wichtigste Knotenpunkt der Basler Fernwärmeversorgung, heisst es weiter. Auf dem Areal produziert IWB heisses Wasser für das Fernwärmenetz, Dampf als Prozessenergie sowie Strom. Auf dem Areal laufen drei Hauptleitungen des Fernwärmenetzes zusammen.

Die Weiterentwicklung des Standorts umfasst gemäss Mitteilung mehr als nur den Wärmespeicher. So wurde in den letzten zwei Jahren im Fernheizkraftwerk auch ein «Multifuel-Kessel» für die Dampf- und Fernwärmeproduktion eingebaut. Dieser läuft derzeit mit Erdgas, soll künftig aber auf Holzstaub oder auf erneuerbare Gase umgestellt werden.

Grösster Speicher im Basler Fernwärmenetz

Heute stammen noch rund 20 Prozent der Fernwärme in Basel-Stadt aus Erdgas. Die IWB wollen diesen Anteil schrittweise reduzieren. Ziel ist, bis 2035 die Fernwärme zu 100 Prozent aus Abwärme und erneuerbaren Energieträgern zu gewinnen. Dazu braucht es mehr Produktionsanlagen – etwa die kürzlich in Betrieb genommene Holzpelletanlage im Heizwerk Bahnhof – sowie Speichermöglichkeiten.

Der Bau des neuen Wärmespeichers Volta dauert rund zwei Jahre. Die Pläne liegen derzeit öffentlich auf. Mit einer Kapazität von 400 Megawattstunden wird die Anlage laut IWB der grösste Speicher im Basler Fernwärmenetz sein. Am Dolderweg im Kleinbasel steht seit 2020 ein Speicher mit 45 Megawattstunden Kapazität. (sda/mgt/pb)


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