Internettipp: Know-how für den Weiterbau
Immer wieder werden Gebäude abgebrochen, die ihr Lebensende längst nicht erreicht haben. Die SIA-Fachgruppe für die Erhaltung von Bauwerken (FEB) erachtet solche Rückbauten als ökologisch bedenklich: Oft würden unter dem Titel der Verdichtung Ersatzneubauten erstellt, die statt zu mehr nur zu grösseren Wohnungen führten. Auf aufbruch-statt-abbruch.ch will sie das nötige Wissen liefern.
Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / DES_01-0097-01
Die Telli-Häuser vor der Sanierung. Sie stehen unter kommunalem Ensembleschutz, sie zählen dzu den grössten Wohnsiedlungen der Deutschschweiz. - Das Projekt für die erwähnte Sanierung stammte von den Meili Peter Architekten.
Mit ihren verschieden hohen Bauten erinnern sie an ein Bergpanorama: die Wohnzeilen des Aarauer Telli-Quartiers. Zwischen 1971 und 1991 nach Plänen von Hans Marti errichtet, besteht die Grosswohnsiedlung aus vier langegestreckten, bis zu 50 Meter hohen Gebäuden mit über 1250 Wohnungen. Vor rund vier Jahren liess die Eigentümerin Axa den Bau B und C auf den neusten energetischen Stand bringen, zudem ersetzte man Fassadenteile komplett; All dies in bewohntem Zustand. Eine weitere Anforderung: Die soziale Struktur der Mieterschaft sollte sich mit dem Projekt nicht verändern.
Wer mehr über dieses Bauvorhaben, die damit verbundenen Herausforderungen und die Gedanken dahinter erfahren will, kann sich auf www.aufbruch-statt-abbruch.ch informieren. Der «Kopf» hinter der Adresse ist die Fachgruppe für die Erhaltung von Bauwerken (FEB) des SIA. Sie will mit der Website das Weiterbauen im Bestand stärken und das nötige Knowhow vermitteln. Manchmal stelle der Erhalt von Bauwerken tatsächlich eine Herausforderung dar, der sich viele Bauherrschaften und Planende gar nicht erst stellen wollten, schreibt die Fachgruppe. Das habe nicht selten mit fehlendem Wissen und dem Mangel an guten Beispielen zu tun.
Diese Lücke soll www.aufbruch-statt-abbruch.ch schliessen. Die Website präsentiert Praxisbeispiele wie die Telli-Häusern und zeigt seit neustem unter der Rubrik «Wissenplattform Bauen im Bestand», welche Spielräume und Ausnahmen aktuelle Gesetze und Normen beim Erhalt und der Veränderung bestehender Gebäude bieten. (mai)
Auf https://aufbruch-statt-abbruch.ch mehr erfahren.