14:01 BAUPRAXIS

Telematik auf der Baustelle: Vernetzt verdichten bringt Vorteile

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Telematik durchdringt immer mehr den Alltag auf Baustellen. Ausgerechnet die Verdichtung erweist sich dabei als eine Vorreiter-Disziplin. Bei grossen Strassenbauprojekten sind Telematik-Anwendungen schon heute guter Standard. Mittlerweile bieten die Hersteller aber auch technische Lösungen für kleine Maschinen und Geräte wie Rüttelplatten und Stampfer.

Kaum ein Bereich des Bauwesens ist mehr vom Phänomen des Building Information Modeling (BIM) durchdrungen wie der Strassenbau. Erst vor wenigen Jahren war die komplett vernetzte Baustelle noch der Endpunkt eines hersteller- und branchenübergreifenden Forschungsprojekts. Aber schon heute fahren grosse Bauunternehmen wie Eurovia oder Strabag ganze Strassenbauprojekte nach diesem ganzheitlichen Ansatz, bei dem von der Planung über die Bauarbeiten und den Strassenbetrieb alle Teilnehmer vernetzt sind und von der Asphaltmischanlage über die Lastwagen und den Asphaltfertiger bis zur Verdichtungsmaschine sämtliche beteiligten Anlagen, Maschinen und Fahrzeuge. Alles lässt sich besser steuern und koordinieren, Pläne werden mit deutlich weniger Fehlern umgesetzt, Maschinen und Fahrzeuge können effektiver verwendet werden.

Auch bei kleineren Projekten besteht ein klarer Trend zur Digitalisierung und Vernetzung. Und auch kleinere Maschinenparks und Baustellen lassen sich besser steuern, wenn möglichst viele, zumindest jedoch grundlegende Maschinendaten per Telematik drahtlos abrufbar sind.

Wo befindet sich meine Maschine? Wie effektiv wird sie verwendet? Stimmt die Batteriespannung, wann ist der nächste Wartungstermin fällig? Wird sie zweckentfremdet oder gerade gestohlen? Mit solchen Informationen kann ein Fuhrparkleiter seine Maschinenflotte besser einsetzen. Damit spart Telematik nicht unmittelbar Geld, aber wenn eine Baustelle einen oder zwei Tage früher fertig wird indirekt eben doch. Und über präzise erfasste Einsatzdaten von Maschinen lässt sich neben einer besseren Einsatzplanung und verlässlicheren Ausführung auch eine saubere Nachkalkulation erstellen.

Flottenmanager können am Bürorechner den Standort ihrer Maschinen einsehen und per Geofencing eine allfällige Fremdnutzung oder Diebstahl verhindern.

Quelle: zvg

Flottenmanager können am Bürorechner den Standort ihrer Maschinen einsehen und per Geofencing eine allfällige Fremdnutzung oder Diebstahl verhindern.

Systeme zur vernetzten Verdichtung

Kaum ein Teilbereich der Baumaschinen und Geräte ist schon von Elektronik durchdrungen wie die Verdichtungsmaschinen. Im Strassenbau werden vernetzte Asphaltfertiger sowie Verdichtungsmaschinen und -kontrollen bereits zum Standard. Und auch auf kleinen Rüttelplatten haben sich Systeme zur Verdichtungskontrolle weitgehend durchgesetzt. Telematiksysteme waren allerdings bisher noch auf Maschinen mit Elektrostarter beschränkt, die notwendigerweise eine Batterie haben. Aber auf der Bauma 2019 in München wurden auch schon Stampfer und kleine Rüttelplatten ohne Bordelektronik gezeigt, die mit geringem technischem Aufwand elementare Daten über Maschinen- und Betriebszustände übermitteln. Per Smartphone- App kann der Bauleiter diese Daten auswerten. Wie weit einzelne Hersteller bei der Einbindung von Telematiksystemen in ihre Verdichterflotten gekommen sind, zeigen einige Beispiele.

Die Ammann Group fasst die Aktivitäten und Angebote rund um vernetzte Verdichtungsmaschinen unter dem Namen «ServiceLink» zusammen. Das System erfasst und speichert aktuelle Maschinendaten wie Batteriestatus, Betriebsstunden, Anzahl der Maschinenstarts und Wartungsdetails. Mit der Ammann Service App auf dem Smartphone oder über einen Online- Zugang im Büro können Bauleiter und Fuhrparkchefs diese Daten abrufen sowie weitere Daten – etwa Fotos oder Zustandsmeldungen – auf dem Relais von Service- Link ablegen.

Die Ammann Service App gestattet auch schnellen Zugriff auf Dokumentationen, Betriebsanleitungen und Ersatzteillisten. Auch hilft GPS-Technologie Anwendern bei der Suche nach einem Vertragshändler in ihrer Nähe. Dieser Ansatz für ein Flottenmanagement ist für leichte und schwere Maschinen erhältlich. Für die leichten Geräte ohne Bordelektronik hat der Hersteller kleine, preisgünstige Bluetooth- Sendemodule entwickelt, die eine Reichweite von 150 bis 200 Metern haben sowie Standort, Betriebs- und Wartungszustand der Maschine aussenden. Eingesammelt werden die Daten mit der Smartphone-App oder über eine Bluetooth-Box mit SIMKarte auf der Baustelle. Mit den kompakten Sendeeinheiten können auch Geräte von Fremdmarken bestückt werden.

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