14:11 BAUPRAXIS

Roboter: Autonomer, kleiner Helfer inspiziert schmale Rohre

Teaserbild-Quelle: D J Shin, CC BY-SA 3.0, Wikimedia

Er ist zwar nur 70 Gramm schwer aber kein Leichtgewicht: Joey ist ein kleiner, an der Universität von Leeds entwickelter Roboter, der Rohrleitungen überprüfen kann.

Roboter

Quelle: TL Nguyen, A Blight, A Pickering, A Barber, GH Jackson-Mills, JH Boyle, R Richardson, M Dogar, N Cohen

Joey ist mit mehreren Sensoren ausgerüstet, die ihm den Weg weisen, wenn er unterwegs ist.

Er ist laut Projektleiterin Netta Cohen winzig genug, um Rohre mit einem Durchmesser von 7,5 Zentimetern zu passieren und inspizieren. Dabei bewegt er sich vollkommen autonom und muss so im Vergleich zu heute eingesetzten Inspektionskameras nicht gesteuert werden.

Die Anforderungen, die an den kleinen Helfer gestellt werden, sind hoch: „Unterirdische Wasser- und Abwassernetze gehören zu den unfreundlichsten Umgebungen, nicht nur für Menschen, sondern auch für Roboter“, so Entwickler Tanh Luan Nguyen. Hinzu kommt, dass Joey mit sehr einfachen Motoren, Sensoren und Computern funktionieren muss, die wenig Platz und wenig Strom brauchen.

Joey bewegt sich auf 3D-gedruckten Beinen. Sie bestehen aus drei Speichen bestehen und können kleine Hindernisse überwinden. Zudem ist der Miniroboter mit energieeffizienten Sensoren ausgestattet: Sie messen den Abstand zu Wänden, Kreuzungen und Ecken. Zudem verfügt Joey über Navigationswerkzeuge, ein Mikrofon, eine Kamera und Scheinwerfer. Damit kann er Fehler im Rohrnetz dokumentieren und die Bilder speichern. Die Herstellung des Prototyps war laut Universität mit rund 300 Britische Pfund günstig.  

45 Sekunden für ein Meter Rohr

Wie Tests zeigten, kann sich Joey ohne menschliche Anweisungen seinen Weg durch ein experimentelles Netzwerk von Rohren mit einer T-Kreuzung, Abbiegungen, einem Hindernis und geraden Abschnitte bahnen. Im Schnitt brauchte Joey für die Überprüfung von einem Meter 45 Sekunde. - Wichtig sind dabei für Netta Cohen und ihre Kollegen die Sensoren mit denen sich Joey durch Rohre navigiert. Sie ermöglichen, dass er sich ohne Kamera oder energiehungrige Computervision orientieren kann: Dies wiederum spart Energie und verlängert Joeys Aktionsradius.

Ist die Batterie fast leer, kehrt er an seinen Ausgangspunkt zurück, damit er sie wieder aufladen kann. (mgt/mai)


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© James Sullivan, unsplash

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