17:01 BAUPRAXIS

Recycling von Bauschutt: Mauern ohne Mörtel mit Ökoziegeln

Teaserbild-Quelle: Maren Klamser / Copyright: Bauhaus-Universität Weimar

Besonders geformte Ziegelsteine aus Bauschutt machen es möglich: Mauern, die ohne Mörtel auskommen. Erfinderin dieses Ökobaumaterials ist Maren Klamser, Produktdesign-Studentin an der Bauhaus-Universität Weimar (D). Sie ist dafür den deutschen Ecodesign-Bundespreis erhalten.

Was kann gegen die zunehmende Verknappung primärer Rohstoffe und gegen die wachsenden Berge von Abbruchabfällen getan werden? Und wie lassen sich mineralische Rohstoffe aus Bauschutt nutzen? Solche Fragen stellte sich Maren Klamser in ihrer Masterarbeit, für die sie spezielle Ziegelsteine entwickelte. Sie bestehen einem Material namens „5TONS“:  Für dieses reduzierte Klamser den Zementanteil gegenüber herkömmlichen Ziegeln um 50 Prozent, indem sie ihn mit  Ziegelmehl, das aus Mauerwerksabbruch hergestellt worden ist, austauschte.

Auch Anteil von Sand konnte sie laut Medienmitteilung „nennenswert“ ersetzen: Anstelle von Sand und Kiesel verwendete sie rezyklierte Gesteinskörnung oder vielmehr geschredderten Steine und Bauabfällen aus mineralischem Bauschutt.

Ressourcen Sand und Kies schonen

„Im Vergleich zu herkömmlichem Beton werden auf einem Kubikmeter Material 1.725 Kilogramm Sand und 292 Kilogramm Zement eingespart“, wird Klamser in der Medienmitteilung der Bauhaus-Universität Weimar zitiert. „Dies hat auf grosse Mengen gerechnet einen positiven Effekt auf die Ressourcenschonung von Sand und Kies sowie grosse Einsparpotenziale von den massiven CO2- Emissionen in der Zementproduktion.“ Überdies ist „5TONS“ laut der Universität komplett wiederverwertbar und entlaste so Deponien.

Daneben brauchen Mauern aus den „5TONS“-Steinen auch keinen Mörtel für ihre Stabilität: „Durch die Form der Steine kann komplett auf Mörtel verzichtet werden“, sagt Klamser. Zudem sorgen Schnittmarkierungen und Sollbruchstellen dafür, dass sich das Mauerwerk flexibel an spezifische Gegebenheiten anpassen lässt.

Die Potenziale des Materials sind noch nicht ausgeschöpft, wie die Produktdesignerin ausführt.  Sie möchte das Material weiter erforschen und testen, um herauszufinden, wie der Kreislauf vollständig geschlossen werden kann. Zudem will sie Materialfachleuten ein Konzept erarbeiten, um weitere Möglichkeiten von »5TONS« zu nutzen und verschiedene Qualitätskategorien zu definieren. „Ich denke, dass ich das Preisgeld hier investieren werde.“ (mai/mgt)

Surftipp: Website des Bundespreises Ecodesign mit Informationen zu Karen Klamsers Ziegelstein https://bundespreis-ecodesign.de/

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