Eawag wird Referenzzentrum für Abwassermonitoring
Die Wasserforschungsanstalt Eawag wird für den Bund für weitere zehn Jahre das Abwasser auf Krankheitserreger, Arzneien und Drogen testen. Dieses Monitoring war während der Corona-Pandemie institutionalisiert worden.
Quelle: Johan Miörner / zVg Eawag
Das Abwassermonitoring wird durch die Kooperation von Eawag und dem Bundesamt für Gesundheit institutionalisiert.
Die Gesundheit der Bevölkerung im Abwasser überwachen: Diese wichtige Aufgabe hatte die Wasserforschungsanstalt Eawag während der Corona-Pandemie übernommen. Mittlerweile wird neben Sars-CoV-2 auch nach Grippe- und RSV-Viren gesucht, wofür Proben aus zehn Kläranlagen und damit das Abwasser von rund zwei Millionen Menschen untersucht werden.
Nun wird dieses Abwassermonitoring institutionalisiert: Das Eawag wird für die nächsten zehn Jahre im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit das Abwasser auf Viren, Arzneien und Drogen untersuchen und so zum nationalen Referenzzentrum werden.
Quelle: Rémy Nideröst / Empa
Bis 2029 analysiert die Eawag für den Bund auch Rückstände von Substanzen und Medikamenten im Abwasser.
Keine «Abwasserpolizei»
Für die Eawag sei dies ein «grosser Schritt», um bei künftigen Pandemien besser vorbereitet zu sein, heisst es in einer Mitteilung. Trotzdem bleibt das Abwassermonitoring ein Forschungsprojekt, und man will keine «Abwasserpolizei» sein. So wird die Eawag etwa keine Messungen für Schulen durchführen, die den Cannabiskonsum ihrer Schülerschaft überwachen wollen
Hingegen analysiert die Eawag im Rahmen eines bis Ende 2029 laufenden Auftrags auch Rückstände von Substanzen, um Aufschluss über den Konsum von Arzneimitteln und Drogen zu erhalten. Die Daten können Beobachtungen aus anderen Quellen zur Verbreitung einzelner Substanzen, etwa einem Anstieg von Ketamin, untermauern.
Die Kombination von mikrobiologischen und chemischen Analysen, welche die Eawag durchführt, eröffnet neue Möglichkeiten: Zum Beispiel kann ein starker Anstieg eines Hustenmedikaments im Abwasser auf eine anrollende Krankheitswelle hindeuten, noch bevor die Fallzahlen aus Praxen oder Spitälern gemeldet werden. (SDA/bk)