Intelligente Beleuchtungssysteme: Sparen beim Leuchten
Kunstlicht ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Doch oft wird dem Thema Beleuchtung in der Planung wenig Beachtung geschenkt, obwohl durch die richtige Leuchtmittel und eine sensorbasierte Steuerung viel Strom gespart werden kann. Auch der intelligente Einsatz von Tageslicht hilft, Energie zu sparen und zugleich das Wohlbefinden zu steigern.
Quelle: Stefan Gasser
Bei der Sanierung des SBB-Depots G in Zürich-Altstetten wurden dank schwarmbasierter Beleuchtungssteuerung 95 Prozent Energieeinsparung erreicht.
Der Startschuss erfolgte im Herbst 2018 in Davos: Vertreterinnen und Vertreter der Lichtbranche und des Bundesamtes für Energie riefen das Projekt «energylight» ins Leben. Das ambitionierte Ziel der Vereinbarung war es, den jährlichen Elektrizitätsverbrauch für Beleuchtung in der Schweiz bis 2025 zu halbieren. In Zahlen: Der Stromverbrauch fürs Licht in Gebäuden sollte bis dahin auf 3500 Gigawattstunden gesenkt werden, was immerhin dem jährlichen Stromverbrauch von über einer Million Haushalten entspricht.
Diese Einsparungen sollten möglich werden durch drei Faktoren ermöglicht werden: Aktuelle, energiesparende LED-Lampen und Leuchten, der Einsatz von intelligenten Sensoren zur optimalen Steuerung der Beleuchtungen, und der gezielte Einsatz von Tageslicht als kostenfreier Lichtquelle. Vor allem mit guter Nutzung von Tageslicht kann viel Strom eingespart und das Wohlbefinden der Menschen in so natürlich ausgeleuchteten Räumen gefördert werden.
95 Prozent Einsparpotenzial
Ein gelungenes Beispiel für das Einsparpotenzial eines modernen Beleuchtungssystems ist seit 2024 in Zürich zu bestaunen: In der Nähe des Hauptbahnhofs liegen mehrere Werkstätten und Depots der Schweizerischen Bundesbahnen. Das rund 15000 Quadratmeter grosse Depot G wurde bis anhin mit alten Leuchtstofflampen beleuchtet, die den ganzen Tag brannten. Hier hat die Firma Astra-LED in Zusammenarbeit mit der Schweizer Licht-Gesellschaft (SLG) detaillierte Messungen durchgeführt und ein Energie-Einsparpotenzial von 95 Prozent ermittelt. Möglich wurde diese immense Einsparung durch den Einsatz von LED-Leuchten und vor allem eine Schwarm-regulierte Beleuchtung. Diese wird in Abhängigkeit von Personenanwesenheit und Tageslicht reguliert, das heisst: Die künstliche Beleuchtung folgt den Personen im Depot und brennt nur dort in voller Stärke, wo sie gerade benötigt wird.
Eine zentrale Rolle beim Beleuchtungsenergie-Sparen stellt das Tageslicht dar: Ob die Räume eine Bauprojekte gut mit der natürlichen Lichtquelle versorgt sind, lässt sich durch die Norm «SN EN 17037 – Tageslicht in Gebäuden» überprüfen. Wobei festzuhalten ist, dass das Tageslicht-Potenzial oft noch nicht ausgeschöpft wird. «In der letzten Jahren wurde das Thema vernachlässigt», stellt Björn Schrader klar, Professor für Licht an der Hochschule Luzern. Stefan Gasser, Projektleiter Energylight bei der SLG, bestätigt dies: «Beim Grossteil der Besteller und Planer fehlt die Sensibilität und Wichtigkeit dieses Themas weitgehend.» (Siehe Interview unten)
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