13:05 BAUPRAXIS

Faserplatten: Flughafen Schipohl will sein eigenes Gras verbauen

Teaserbild-Quelle: Tim van der Wiel, Unsplash

MDF-Platten aus Flughafenrasen? Der Flughafen Schiphol bei Amsterdam will Faserplatten verbauen, die aus gemähten Gräsern aus dem Umfeld seiner Pisten hergestellt worden sind.

Boeing 747

Quelle: Tim van der Wiel, Unsplash

Eine Boeing 747 bei der Landung auf dem Flughafen Schipohl. Damit keine Vögel stören, muss der Rasen regelmässig gemäht werden.

Die Pisten des Flughafens Schipohl sind von insgesamt rund tausend Hektar Rasen umgeben. Aus Sicherheitsgründen müssen diese für Vögel möglichst unattraktiv sein, weil die Tiere den Flugverkehr stören oder gar gefährden können. Deshalb wird der Rasen er regelmässig geschnitten. Bis anhin wurden die gemähten Gräser einfach entsorgt. Das soll sich nun ändern. Wie der Flughafen in diesen Tagen mitteilte, dient der Abfall dem niederländischen Baumaterialhersteller Ecor als Rohmaterial für MDF-Platten.

Man habe in den letzten Jahren gemeinsam an der Entwicklung der Platten gearbeitet, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Sie seien zertifiziert, feuerbeständig und verfügten über dieselben Qualitäten wie herkömmliche MDF-Platten. Zudem sind sie für den Einsatz am Flughafen getestet worden, denn der Airport hat sich verpflichtet, einen Teil der produzierten Platten abzunehmen. Ihre Verwendung hat der Flughafen auch in den Verträgen mit den niederländischen Bauunternehmen, die er beschäftigt, festgeschrieben. Die übrigen Platten sollen in der Region verkauft werden.

Kreislaufwirtschaft für den Flughafen

Die Verantwortlichen haben sich zum Ziel gesetzt, im Laufe der Zeit noch mehr Gras zu liefern, denn zurzeit landet nicht die gesamt Menge des Rasenabfalls bei Ecor. „Wie streben danach, das Gras auf oder in der Nähe von Schiphol zu verarbeiten, sodass die Produktion in der Umgebung stattfinden kann und die sich die Emissionen noch weiter reduzieren lassen“, sagt Mirjam de Boer, Director of Asset Management bei der Royal Schiphol Group. Bis 2030 soll der Flughafen kompett abfallfrei sein, und bis 2050 vollständig nach den Regeln der Kreislaufwirtschaft funktionieren. (mai)

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