15:11 BAUPRAXIS

Areal Rheinlehne in Pratteln wird für 179 Millionen Franken saniert

Teaserbild-Quelle: Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0, CC BY-SA 3.0

Das mit Arsen belastete Areal Rheinlehne in Pratteln kann saniert werden. Der Kanton Basel-Landschaft und die heutigen Grundeigentümer haben vor kurzem eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Kosten für die Sanierung des verseuchten Grundes: 179 Millionen Franken.

Arsenkristall

Quelle: Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0, CC BY-SA 3.0

Silbern glänzende Arsenkristalle. (Stark vergrössert).

Auf dem Areal Rheinlehne in Pratteln produzierte die Chemiefabrik F. Petersen & Sichler zwischen 1862 und 1908 Fuchsin, ein Farbstoff, dessen intensives Pink an die Blüten der Fuchsie erinnert und der er seinen Namen verdankt. Für seine Herstellung wird Anilinöl mit Arsensäure gemischt und erhitzt. Weil auf dem Areal Produktionsabfälle gelagert wurden und zudem Leitungen undicht waren, geriet das Arsen im Laufe der Zeit in den Grund. Die Belastung mit dem Gift ist hoch, insgesamt sind es 170 Tonnen. Zudem finden sich gemäss Analysen noch weitere schädliche Substanzen im Boden, sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und verschiedene Schwermetalle.  

Kontaminierter Bauschutt in den 50er-Jahren verteilt

Als um 1950 Fabrikgebäude neuen Bauten weichen mussten, nutzte man den Bauschutt, um den Hang auszuebnen – und in der Folge wurde das kontaminierte Material laut Website des Bundesamts für Umwelt (Bafu) über eine Fläche von 30’000 Quadratmeter verteilt. 

Nun wird der Boden saniert: Vor dieser Tage haben der Kanton Basel-Landschaft und die heutigen Grundeigentümer eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Das Projekt sieht einen Aushub der am stärksten mit Arsen belasteten Bereiche mittels konventionellen Aushubs sowie Austauschbohrungen vor. Auf diese Weise sollen 120'000 Kubikmetern Material ausgehoben werden. Laut Medienmitteilung des Kantons wird das Schadstoffpotential so um rund 98 Prozent verringert. Um zu verhindern, dass während der Sanierung zusätzliche Schadstoffe mobilisiert werden, ist die Installation einer umfassenden hydraulischen Sicherung vorgesehen. Dabei wird das Grundwasser mit mehreren Sicherungsbrunnen abgepumpt, gereinigt und anschliessend in den Rhein geleitet. 

Sanierung kostet 179 Millionen Franken

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf rund 179 Millionen Franken. Nachdem die Verursacherin der Belastung – die Firma F. Petersen & Sichler – nicht mehr existiert, trägt der Kanton Basel-Landschaft die Kosten, daneben beteiligt sich der Bund mit Subventionen aus dem VASA-Altlasten-Fonds. Zudem hat sich der Grundeigentümer mit dem grössten Flächenanteil mit drei Millionen Franken an den Kosten des Projekts zu beteiligen; dies, weil für ihn mit der Bodensanierung ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht. Er plant auf dem Areal bis zu fünf mehrstöckige Gewerbebauten mit Wohnflächen in den obersten Etagen.  

Bis mit dem Aushub begonnen werden kann, dauert es allerdings noch etwas: Der Aufbau der Projektorganisation und die Ausführungsplanung der Sanierung nehmen laut Kanton zwei bis drei Jahre in Anspruch. Die Sanierung selbst wird etwa drei Jahre dauern. Darauf folgt eine mehrjährige Überwachung zur Erfolgskontrolle. (mai)


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