11:01 BAUBRANCHE

Zukunftsvisionen für den öffentlichen Raum im Kornhausforum Bern

Geschrieben von: Katrin Ambühl (ka)
Teaserbild-Quelle: zvg

Darf man mit Spielgerät den Aussenraum verändern? Kann der öffentliche Raum sogar Leben retten? Könnte man einen Dorfbrunnen komplett umnutzen? Kreative und verblüffende Antworten auf diese und viele andere Fragen geben die Beiträge der Ausstellung «Shared Spaces in Change» im Kornhausforum Bern. Das Baublatt hat mit einem Architekten über seinen gesellschaftlich brisanten Vorschlag gesprochen.

Projekt Guerilla Citizen

Quelle: zvg

Das Projekt «Guerilla Citizen» schlägt mit einem Augenzwinkern kleine Interventionen im Aussenraum vor. Zum Beispiel wie hier, mit einem an einen Pfosten gebundenen Ball, der zum Spielen animieren soll.

Eine dicke Markierungslinie zieht sich in teils absurdem Zickzack durch den historischen Ausstellungsraum. Sie sind ein Verweis auf die weissen Abstandslinien, die sich in der Corona-Pandemie vor dem Supermarkt, im Bahnhof und eigentlich im gesamten öffentlichen Raum wie Pilze ausgebreitet haben und geblieben sind. Tatsächlich hat das Projekt «Shared Spaces in Change» seinen Anfang im Corona-Jahr 2020.

Damals riefen das Kornhausforum Bern in Kooperation mit der Kommission Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bern und dem Architekturforum unter anderem Kunstschaffende, Raumentwickler und Schulen dazu auf, Ideen für die zukünftige gemeinsame Nutzung des öffentlichen Raums zu entwickeln. Insbesondere stand auch die Frage zur Debatte, wie sich das Verhältnis zum gemeinsamen Zusammenleben, zur Nutzung von öffentlichem Raum mit der Corona-Pandemie geänderthat, mit der das soziale Leben auf ein Minimum heruntergefahren wurde und Veranstaltungen, Treffen, Märkte und vieles mehr auf Gemeinde- oder Stadtgrund in einem Dornröschenschlaf versanken. 

Schliesslich wurden 35 Projekte aus-gewählt. Elf davon sind im öffentlichen Raum der Stadt platziert, der Rest im Kornhausforum Bern. Hier gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch zu hören. Lustige und denkwürdige Beiträge halten sich die Waage. Das Projekt von Hotel Regina gehört zur ersten Kategorie. Die Videoinstallation macht den Vorschlag, einen öffentlichen historischen Brunnen als Winterbad zu nutzen. Geheizt wird das Brunnenwasser mit einem Velo, an dem sich Passanten freiwillig abstrampeln, während sich Badende im dampfenden Brunnenwasser suhlen. Der Name des Projekts: «Brunnen gehn». Dahinter steckt die Vision der Initiantengruppe Hotel Regina, dass dieser Slang-Ausdruck eines Tages vielleicht zu einer hippen Tätigkeit, zu einer Urban Legend, wird, so dass man sich samstags sagt: «Lasst uns Brunnen gehn».

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