Weko weitet Moesa-Untersuchung im Baubereich erneut aus
Die Wettbewerbskommission (Weko) dehnt die Untersuchung gegen mutmassliche Submissionsabreden im Baubereich in der Region Moesa erneut aus. Eröffnet wurde diese bereits im Jahr 2020 gegen drei Bauunternehmen, eine erste Ausweitung auf dann sechs Unternehmen erfolgte ein Jahr später.
Nachdem das Verfahren eigentlich im vergangenen Herbst 2025 abgeschlossen werden sollte, habe die Weko von einem Unternehmen neue Informationen erhalten, so die Mitteilung vom Donnerstag.
Mit den wieder aufgenommenen Ermittlungen ergaben sich Anhaltspunkte für weitere Abreden, so dass nun das Verfahren auf insgesamt neun Unternehmen ausgedehnt wird. Neu in die Ermittlungen einbezogen wurden gemäss dem stellvertretenden Weko-Direktor Frank Stüssi drei Unternehmen mit Sitz im oberen Teil der Moesa-Region. Das Verfahren werde sich nun voraussichtlich um ein Jahr verlängern.
Wie Stüssi gegenüber Keystone-SDA erklärt, kam es bereits in der Vergangenheit wiederholt vor, dass die Weko die Untersuchungen auf weitere Unternehmen ausgedehnt habe – so beispielsweise bei bereits abgeschlossenen Untersuchungen in Graubünden oder auch bei noch laufenden Untersuchungen in den Kantonen Neuenburg und Jura.
Verfahren dauert länger als üblich
Die Dauer dieses Verfahrens sei jedoch länger als üblich, sagt Stüssi. Länger gehe es unter anderem, wenn der zu ermittelnde Sachverhalt komplex oder gross sei. Konkret seien Verfahrensdauern von durchschnittlich zwei bis drei Jahren üblich. Das vorliegende Verfahren dauert hingegen bereits sechs Jahre und bis zum Abschluss wohl sieben Jahre.
Submissionsabreden sind kartellrechtlich verbotene Absprachen unter Wettbewerbern bei Ausschreibungen, bei denen Preise, Konditionen oder Auftragssempfänger untereinander abgemacht werden. Sie schalten den fairen Markt aus und können zu höheren Preisen führen. (sda awp / pb)