Watt D'Or: Energiepreise verliehen
Zum 19. und letzten Mal verlieh das Bundesamt für Energie den Schweizer Energiepreis Watt d'Or. Der nicht dotierte Preis wurde an Unternehmen und Hochschulen verliehen, die innovative Projekte zur Energiezukunft realisiert haben.
Quelle: BfE
Der Energiepreis Watt d'Or ist nicht dotiert. Neben der Schneekugel als symbolischem Preis geht es darum, aussergewöhnliche Projekte bekannt zu machen.
Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzen die Energiezukunft erfolgreich und mutig in die Praxis um. Zu ihren Ehren hat das Bundesamt für Energie den Watt d’Or geschaffen, 2007 wurde der Watt d’Or zum ersten Mal verliehen. Dieses Gütesiegel für Energieexzellenz sollte aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt machen - und damit Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken.
Am 8. Januar 2026 wurde der nicht dotierte Preis zum 19. und letzten Mal vom Bundesamt für Energie verliehen. Die Gewinner/innen des Jahres 2026, die jeweils eine Schneekugel als symbolischen Preis erhalten, sind:
- Das Gasversorgungsunternehmen Gaznat aus Vevey und Aigle (VD) in der Kategorie Energietechnologien
- Die endigo Holding AG aus Fiesch (VS) in der Kategorie Erneuerbare Energien
- Die Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi (SZ) in der Kategorie Energieeffiziente Mobilität
- sowie die Baugenossenschaft «mehr als wohnen», Lemon Consult AG und das Low-Tech Lab aus Zürich in der Kategorie Gebäude und Raum. (SDA/bk)
Die Gewinner des Watt d’Or 2026 im Einzelnen
Kategorie Energietechnologien - Innovation Lab von Gaznat: Wenn Wissenschaft und Industrie zusammenarbeiten, kann Grosses entstehen. Das beweist das Innovation Lab von Gaznat in Aigle (VD). Hier, am Standort seines Betriebs- und Kontrollzentrums, testet Gaznat zusammen mit Forschungsgruppen der EPFL sowie Start-ups neue Technologien auf industriellem Massstab. Ziel ist es, Technologien für die Sektorkopplung, Dekarbonisierung und saisonale Speicherung zur Marktreife zu bringen. Das zugrunde liegende Konzept GreenGas vereinigt alle dafür nötigen Anlagen und Technologien am Standort Aigle: Wärme-Kraft-Kopplung (WKK), Photovoltaik (PV), Elektrolyse (Power-to-Gas), Wasserstoffspeicher, CO2-Abscheidung, Methanisierung und natürlich das echte Gasnetz von Gaznat. Eine Energieinnovation, die eine essenzielle Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung schlägt.
Kategorie Erneuerbare Energien - Alpiner Fassaden-Solarstrom für das Goms: Das Dorf Fiesch liegt auf über 1000 Metern über Meer im oberen Rhonetal. Geprägt ist die Energieproduktion in dieser Gegend massgeblich von der Wasserkraft. Doch jetzt gibt es in Fiesch ein Novum zu sehen: Eine alpine Fassaden-Solarstrom-Anlage. Realisiert wurde sie am neu erstellten Firmensitz der endigo Holding AG, die in der Region Goms innovative, nachhaltige und regionale Lösungen im Bereich Energie und Technik anbietet. Der leichte Holzbau mit seiner Lamellenfassade ist eine architektonische Augenweide. Und er steht für die Werte der endigo Unternehmensgruppe: fest in der Region verankert, naturverbunden, zukunfts- und systemorientiert und technisch kompetent.
Kategorie Energieeffiziente Mobilität - Der Rigitrac Elektrotraktor elektrisiert die Zukunft. Das Familienunternehmen Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi hat den ersten serienreifen Elektrotraktor mit einer europäischen Typengenehmigung entwickelt. Der Rigitrac SKE 40 e-direct ist emissionsfrei, leise, wendig und enorm energieeffizient. Damit ist er ideal für Arbeiten geeignet, wo Abgase und Lärm unerwünscht sind, zum Beispiel für Unterhaltsarbeiten von Kommunalbetrieben oder auch in Gemüsetunnels oder Hallensportevents. Der Elektrotraktor ist ein Leuchtturmprojekt dafür, dass auch kleinere Betriebe mit viel Leidenschaft und Ausdauer technologische Innovationen vorantreiben können.
Kategorie Gebäude und Raum - Im Hobelwerk energie- und klimafreundlich leben. Das Hobelwerk Areal in Oberwinterthur zeigt, wie nachhaltiges Bauen geht. Entwickelt und realisiert wurde es von der Baugenossenschaft «mehr als wohnen», der Lemon Consult AG und dem Low-Tech Lab in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern. Sie haben dafür gesorgt, dass ein attraktives, ressourcenschonendes, kreislauforientiertes, energieeffizientes und sozial durchdachtes Wohn- und Gewerbequartier entstanden ist. Dies dank Holzbauweise, Re-Use-Materialien, intelligenten Energiesystemen in Kombination mit einem innovativen Lüftungskonzept, Klimaarchitektur und sozialer Vielfalt. Der lebendige neue Stadtteil ist ein Modell für den zukunftsweisenden, gemeinnützigen Wohnungsbau in der Schweiz.