12:05 BAUBRANCHE

Verkehr Bern und Wallis: Ampel auf Orange und auf Grün

Teaserbild-Quelle: RBS, Sam Bosshard

Im Raum Bern werden grosse Strassenverkehrsprojekte trotz weit fortgeschrittener Planung wohl erst mittelfristig umgesetzt, während im Oberwallis der Bau der Autobahn A9 planmässig vorankommt. Flächengrösse, Topographie und dichte Besiedelung bleiben bestimmende Faktoren für die hohen Investitionen in die Infrastruktur von Strasse und Schiene.

Die Berner Fahrgäste stellen dem öffentlichen Verkehr grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus, was Angebot, Netzqualität und Zuverlässigkeit betrifft, wie regelmässig durchgeführte Umfragen der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion über die Kundenzufriedenheit ergeben.

Die Mobilitätsstrategie 2040 der Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) will die Verkehrssysteme noch besser koordinieren und auf die Bedürfnisse der Gemeinden abstimmen. Sie hat dazu beim Kanton für den öffentlichen Verkehr ein Angebotskonzept 2022 bis 2025 eingereicht, das Taktverdichtungen bei Bussen und Züge vorsieht.

Die Forderungen der RKMB betreffen auch den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS). Der baut in Jegenstorf im Hinblick auf die Ausweitung des Angebots für rund 45 Millionen Franken am bestehenden Standort den Bahnhof neu, was dank längeren Zügen zu Spitzenzeiten eine Steigerung der Kapazität um 50 Prozent ermöglichen soll. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Herbst 2024 starten und bis Ende 2026 dauern.

Zwei Hubs zur Entlastung in Bern

Ein Anliegen von Kanton und SBB ist die vernetzte Bahnverkehrsplanung zwischen den Städten Bern, Biel und Thun, die in der «Gesamtperspektive Bern» skizziert ist. Verkehrsplaner hoffen, dass mit dem Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» das Passagieraufkommen beim zweitgrössten Bahnhof der Schweiz bewältigt werden kann. Prognosen der SBB gehen aber davon aus, dass 2030 gegenüber 2016 rund 40 Prozent mehr Passagiere oder täglich 375 000 Personen den Bahnhof frequentieren werden.

Eine Entlastungslösung sieht die Stadt in dezentralen Mobilitätshubs in Holligen und beim Wankdorf, wo zurzeit die Entflechtung der Gleisanlagen umgesetzt wird. Stadt und SBB wollen den Bahnhof Wankdorf im kantonalen Entwicklungsschwerpunkt ab 2021 weiterentwickeln.

Der Bahnhof Holligen wird ebenfalls umgestaltet (siehe Projekt-Übersicht Bern). Beim Hauptbahnhof, wo täglich 900 Züge abgefertigt werden, wurde im letzten Sommer bereits ein neues, elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen, das die Koordination aller drei Bahnhöfe sicherstellen kann. Im Rahmen des Projekts «Zukunft Bahnhof Bern» laufen zurzeit die Bauarbeiten für den Tiefenbahnhof von Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS.

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