09:10 BAUBRANCHE

Vaduz: Dach des Landtagsgebäudes bröckelt

Teaserbild-Quelle: Nikater, gemeinfrei, commons.wikimedia.org

Das Landtagsgebäude des Liechtensteiner Parlaments in Vaduz mag mit seinen ockerfarbenen Ziegelsteinen zwar schön aussehen – robust ist es offenbar nicht. Schon wenige Jahre nach der Eröffnung 2008 ist das Ensemble ein Sanierungsfall.

Das Hohe Haus im Regierungsviertel von Vaduz.

Quelle: Nikater, gemeinfrei, commons.wikimedia.org

Das Hohe Haus im Regierungsviertel von Vaduz.

Seit neun Jahren tagt das Liechtensteiner Parlament im eigenen Gebäude, entworfen vom deutschen Architekten Hansjörg Göritz. Die Hangbebauung unterhalb des fürstlichen Schlosses setzt sich aus drei Gebäudeteilen zusammen: Hohes Haus, Verbindendes Haus und Langes Haus. Ersteres fällt vor allem wegen seines spitzen Dachs auf. Es ist das Herzstück des Ensembles und beherbergt den Plenarsaal, in dem die Landtagssitzungen stattfinden, wobei alle an einem einzigen runden Tisch Platz finden. Liechtensteins Tafelrunde, sozusagen.

Von aussen sticht dem Besucher vor allem eins ins Auge: Ziegel, Ziegel und nochmals Ziegel. Eine Million der ockerfarbenen Klinkersteine, hergestellt in der Schweiz, wurden im 42,2-Millionen-Projekt verbaut. Und eben diese Ziegel sind seit Jahren Stein des Anstosses. Wie die NZZ in ihrer heutigen Printausgabe schreibt, flimmern die Steine bei Sonnenlicht empfindlich in den Augen. Und wenn es nur schon ganz leicht schneit, wird es rutschig auf dem Platz des Regierungsviertels. Vor allem aber hätten sich die Ziegel als nicht resistent gegenüber Temperaturschwankungen gezeigt. Schon kurz nach der Eröffnung seien die ersten Defekte aufgetaucht, sowohl auf dem Dach (es bröckelt) als auch auf dem Platzbelag und an den Mauern. Erste Sanierungsversuche brachten keinen nachhaltigen Erfolg.

Inzwischen, so heisst es im Artikel weiter, hätten sich Regierung und Parlament damit abgefunden, dass die Bauherrschaft beziehungsweise der Steuerzahler für die Sanierungsarbeiten aufkommen müsse. Denn eine Haftungsklage gegen wen auch immer hätte nur geringe Erfolgschancen: Die meisten entsprechenden Fristen sind abgelaufen. Im Jahr 2015 gab das Ministerium für Bau und Infrastruktur bekannt, für Sanierungskosten würden für fünf Jahre je 200‘000 Franken eingesetzt. Aber das scheint nicht genug zu sein: Im Budget 2018 ist dafür eine Million Franken eingeplant.

Was die Ursache der Schäden ist, können sich laut NZZ weder der Architekt noch die Ziegelei erklären, aus der die Steine stammen. Möglicherweise, so orakelt das Ministerium, könnten die Schäden einem schnelleren Alterungsprozess, der Nässe und eventuell fehlender Frostbeständigkeit einzelner Ziegel zugeschrieben werden. (pd/mt)

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