13:08 BAUBRANCHE

Swiss Re finanziert auf CO2-Abscheidung spezialisierte Climeworks

Teaser-Quelle: Climeworks

Der Rückversicherer Swiss Re geht mit Climeworks eine Partnerschaft ein. Das Zürcher Jungunternehmen ist führend bei der Carbon Dioxide Air Capture-Technologie, mit der Kohlenstoffdioxid (CO2) direkt aus der Umgebungsluft gefiltert werden kann. 

Hellisheiði-Kraftwerk in Island

Quelle: Carbfix

Im Geothermiekraftwerk Hellisheiði in Island (im Bild) realisiert Climeworks in Zusammenarbeit mit Carbfix und dem Kraftwerksbetreiber ON Power derzeit die Anlage «Orca», die dereinst bis zu 4000 Tonnen CO2 pro Jahr speichern soll.

Swiss Re habe mit Climeworks als erster Investor einen langfristigen Abnahmevertrag zur CO2-Rückgewinnung aus der Luft und Speicherung des Kohlendioxids abgeschlossen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Der Rückversicherer engagiert sich während zehn Jahren mit insgesamt 10 Millionen US-Dollar am Projekt. 

Für Swiss Re sei die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt, um das bis 2030 gesetzte Ziel von Netto-Null-Emissionen im eigenen Betrieb zu erreichen, heisst es weiter. Das Engagement gebe der Gruppe zudem früh einen Zugang zu neuen Anlageklassen und Risikopools und soll ein Signal an andere Forscher, Firmen oder Investoren sein, sich für den Kohlendioxidabbau zu engagieren. 

Dauerhafte CO2-Speicherung in Gestein

Die 2009 aus einem Spin-off der ETH Zürich hervorgegangene Climeworks filtert mit dem Carbon Dioxide Air Capture-Verfahren mithilfe geothermischer Energie CO2 aus der Luft. Das abgeschiedene CO2 wird dann zur dauerhaften Speicherung in nahe gelegene Gesteinsschichten geleitet. Tief in den Untergrund gepumpt, werden so im Basaltgestein stabile Karbonatminerale gebildet. Das CO2 wird somit zu Stein.

Im August 2020 gab Climeworks seine Partnerschaft mit Carbfix, einem Pionier auf dem Gebiet der Kohlenstoffdioxid-Speicherung, sowie ON Power, dem Betreiber des Geothermiekraftwerks Hellisheiði in Island, bekannt. Auf dem Areal des Kraftwerks sollte Climeworks eine neue Anlage namens «Orca» bauen, die dereinst bis zu 4000 Tonnen CO2 pro Jahr aus der Luft filtern kann. 

Orca-Anlage von Climeworks in Island

Quelle: Climeworks

Im März 2021 gab Climeworks bekannt, dass nun alle Kollektorbehälter der «Orca»-Anlage montiert und einsatzbereit seien. In diesen findet der Prozess für die CO2-Abscheidung statt.

Technologie zählt zu den teuersten Lösungen

Die Vereinbarung mit Carbfix sollte die sichere Speicherung des CO2 durch unterirdische Mineralisierung gewährleisten, wie das Unternehmen damals mitteilte. Die unterirdischen Basaltgesteinsformationen in Island bieten für diesen Prozess ideale Bedingungen. Die Energie für den Betrieb der Anlage liefert das Geothermiekraftwerk. Laut der Webseite von Climeworks scheint der Bau der Anlage fast abgeschlossen: Am 8 September 2021 soll sie den Betrieb aufnehmen. 

Diese Art der Technologie gilt laut Mitteilung der Re Suisse zwar als eine der dauerhaftesten Lösungen zur Abscheidung von CO2 aus der Luft. Sie sei aber mit einem Preis von mehreren hundert Dollar pro Tonne entferntem CO2 aber auch eine der teuersten Lösungen. Daher könne sie nur mit langfristigen Abnahmevereinbarungen realisiert werden. Climeworks hat seit Gründung bei Investoren bislang weit über 100 Millionen Dollar eingesammelt. (pb awp sda) 

Visualisierung der neuen Anlage «Orca». (Video: Climeworks)

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© James Sullivan, unsplash

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