Arbeitsmarkt: Der KOF-Beschäftigungsindikator übersteigt den Durchschnitt
Die Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verbessern sich leicht, allerdings gilt dies nicht für alle Branchen. Das zeigt der KOF-Beschäftigungsindikator fürs erste Quartal. Er rangiert wieder über dem langjährigen Durchschnitt.
Konkret steigt der KOF-Beschäftigungsindikator um 1.1 Punkte und erreicht im ersten Quartal 2026 einen Wert von 2.4 Punkten, nach 1.3 Punkten im Vorquartal (revidiert von 0.7 Punkten). Der Grund für den Anstieg sind laut KOF die verbesserten Beschäftigungserwartungen zwischen Oktober und Dezember 2025, was unter anderem an der Absichtserklärung der Schweiz mit den USA und der neuen Zollregelung vom vergangenen liegen könnte. Mit dem aktuellen Anstieg setze sich die Erholung des Indikators nun das zweite Quartal in Folge fort, schreibt die KOF.
Nach seinem Höchststand Mitte 2022 ist der Indikator über rund drei Jahre kontinuierlich gesunken, im dritten Quartal 2025 war er erstmals seit der COVID-Pandemie in den negativen Bereich gerutscht.
Indikator Baugwerbe auf dem höchsten Stand seit über zwei Jahren
Trotz der gesamtwirtschaftlichen Aufhellung sieht es in den einzelnen Branchen unterschiedlich aus: So bleiben etwa die Aussichten im Handel gedämpft, der Beschäftigungsindikator für den Grosshandel sinkt im laufenden Quartal weiter, auf -11.1 Punkte (nach -9.6 Punkten im Vorquartal). Der Detailhandel liegt aktuell bei -3.1 Punkten.
Auch im Verarbeitenden Gewerbe bleibt der branchenspezifische Indikator im negativen Bereich. Allerdings hat er sich gegenüber dem Vorquartal erholt: Dieser Indikator steigt von -11.5 Punkten auf -7.0 Punkte. Im Gastgewerbe hat sich die Lage zwar ebenfalls leicht verbessert, aber auch dieser Indikator bleibt mit -2.4 Punkten im negativen Bereich.
Bei den übrigen Dienstleistungen ist der Indikator mit 7.3 Punkten weiterhin positiv, nahm gegenüber dem Vorquartal jedoch leicht ab. Derweil setzt sich im Baugewerbe die positive Entwicklung fort, hier steigt der branchenspezifische Indikator steigt von 9.5 Punkten auf 10.6 Punkte und erreicht damit den höchsten Stand seit über zwei Jahren.
Die Grundlage für den Indikator bilden die vierteljährlichen Konjunkturumfragen des KOF Instituts. Der Beschäftigungsindikator enthält zwei Teilkomponenten: einerseits den aktuellen Beschäftigungsbestand, andererseits die Beschäftigungsaussichten. Die Auswertungen für das erste Quartal 2026 beruhen auf den Antworten von rund 4'500 Unternehmen, die im Januar befragt worden sind.
Mehrheit der Unternehmen rechnet mit einem Stellenaufbau
Die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen beurteilen den aktuellen Beschäftigungsbestand leicht besser, er liegt per Saldo bei 1.6 Punkten (nach 1.3 Punkten im Vorquartal). Der Saldo der Beschäftigungserwartungen für die kommenden drei Monate steigt hingegen stärker von 1.3 auf 3.3 Punkte. - Der Anstieg des Beschäftigungsindikators sei damit vor allem auf die verbesserten Beschäftigungserwartungen zurückzuführen, heisst es in der Medienmitteilung der KOF.
Insgesamt rechnen mehr Unternehmen mit einem Stellenaufbau als es Unternehmen gibt, die von einem Stellenabbau ausgehen. – Weil der KOF Beschäftigungsindikator der tatsächlichen Beschäftigungsentwicklung vorausläuft, ist der aktuelle Wert ein Hinweis auf verbesserte Stellenaussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt im laufenden und kommenden Quartal. (mai/mgt)