Studie zeigt Potenzial von Erneuerbaren im Kanton Bern auf
Ein rascherer Ausbau von Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft könnte im Kanton Bern bis ins Jahr 2050 eine Bruttowertschöpfung von 18 Milliarden Franken generieren. Zu diesem Schluss kommt eine vom Kanton in Auftrag gegebene Studie.
Der durchschnittliche Wertschöpfungseffekt pro Jahr würde demnach 718 Millionen Franken betragen. Dem gegenüber stünden Investitionen von insgesamt rund 13 Milliarden Franken. Weiter prognostiziert die Studie bei vollständiger Umsetzung der Strategie insgesamt rund 62'000 Vollzeit-Arbeitsjahre. Dies entspricht durchschnittlich rund 2400 Vollzeitstellen pro Jahr.
Insgesamt würden der Kanton und die Gemeinden eine zusätzliche Milliarde Franken an Steuern einnehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie des Beratungsunternehmens Swiss Economics, wie der Kanton am Montag mitteilte. Die im Auftrag des kantonalen Amts für Umwelt und Energie (AUE) erstellte Studie untersucht den Zubau, den der Regierungsrat mit seiner Energiestrategie anstrebt: Bis 2035 sollen 4,5 TWh, bis 2050 8,7 TWh zusätzlicher erneuerbarer Strom im Kanton Bern erzeugt werden.
Am stärksten zu der prognostizierten Wertschöpfung beitragen würden Bau und Betrieb der Photovoltaik mit 13,8 Milliarden Franken. Bei der Windenergie wären es 3,3 Milliarden Franken, bei der Wasserkraft eine Milliarde Franken. Rund drei Viertel der gesamten Wertschöpfung entstehen gemäss der Studie über Jahrzehnte im laufenden Betrieb der Anlagen.
Baugewerbe profitiert am meisten
Von der prognostizierten Beschäftigung entfällt gemäss der Studie mit rund 21'000 Vollzeitäquivalenten der grösste Teil auf das Baugewerbe, gefolgt von der Branche Energie, Wasser und Abfall mit rund 18'000 sowie dem verarbeitenden Gewerbe und dem Bergbau mit rund 11'000 Vollzeitäquivalenten.
Sollte der Zubau von Erneuerbaren nicht rascher, sondern wie bisher erfolgen, blieben gemäss der Studie wesentliche Potenziale ungenutzt. In einem solchen «Szenario B» entgingen dem Kanton jährlich 456 Millionen Franken an Wertschöpfung und 25 Millionen Franken an Steuereinnahmen. Insgesamt bliebe bei einer blossen Fortführung des bisherigen Ausbautrends rund 63 Prozent des Gesamtpotenzials ungenutzt, wie die Studie festhält. (sda/mgt/pb)
Die Studie kann unter diesem Link heruntergeladen werden.