11:17 BAUBRANCHE

Pilotprojekt: Künstliche Intelligenz übernimmt Bauleitungen in Zürich

Teaserbild-Quelle: ChatGPT/cpo

Die Stadt Zürich erprobt ein neu entwickeltes System, das die Bauleitung grundlegend weiterentwickeln soll. Künftig soll die KI Abläufe in Echtzeit analysieren, Teams koordinieren und automatisch Rapporte erstellen.

Digitalisierung und Automatisierung machen auch vor der Bauleitung nicht halt. Die Stadt Zürich hat ein System eingeführt, das zentrale Aufgaben einer Bauleitung vollständig übernehmen soll. Die künstliche Intelligenz verarbeitet künftig Daten aus Sensoren, Bauplänen und Fortschrittsmeldungen und trifft daraus eigenständig Entscheidungen.

«Wir wollen die Potenziale der Digitalisierung konsequent nutzen», heisst es aus dem Hochbaudepartement unter Vorsteher André Odermatt. Das Pilotprojekt laufe während einem Jahr und sei eine Zusammenarbeit mit dem Tiefbau- und Entsorgungsdepartement unter Vorsteherin Simone Brander, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

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Quelle: ChatGPT/cpo

So ähnlich könnte es bald auf Stadtzürcher Grossbaustellen aussehen: Neu wird die Bauleitung durch KI ausgeführt.

Koordination und Steuerung in Echtzeit

Zu den Kernfunktionen würden die Koordination von Arbeitsabläufen, die frühzeitige Erkennung von Verzögerungen sowie die automatische Dokumentation des Baufortschritts zählen, wie die Stadt heute mitteilt. Sämtliche Rapporte würden ohne manuelles Zutun erstellt und in Echtzeit aktualisiert. «Wenn Abläufe in Echtzeit analysiert und angepasst werden können, erhöht das die Planungssicherheit – insbesondere bei dicht getakteten innerstädtischen Projekten», wie das Tiefbau- und Entsorgungsdepartment unter Simone Brander auf Anfrage bekannt gibt.

Die Kommunikation erfolgt über mobile Endgeräte oder direkt über Lautsprechersysteme auf der Baustelle. Mitarbeitende erhalten präzise Anweisungen – abgestimmt auf den aktuellen Baufortschritt. Die KI berücksichtigt dabei auch externe Faktoren wie Wetter oder Lieferverzögerungen und passt die Einsatzplanung laufend an.

Kaffeepause als Störfaktor eingestuft

In früheren Versuchen zeigte sich, dass die Systeme insbesondere bei komplexen Bauabläufen ihre Stärken ausspielen. Abstimmungs- und Schnittstellenkonflikte zwischen den Gewerken konnten deutlich reduziert werden. Entscheidungen werden zunehmend direkt durch das System getroffen und umgesetzt.

Für Diskussion sorgt hingegen ein anderes Detail: Die KI bewertet interne Abläufe und gibt Feedback zur Effizienz einzelner Teams. In einem Fall wurde eine morgendliche Kaffeepause als «systemrelevanter Verzögerungsfaktor» eingestuft.

Die Stadt relativiert: Die Systeme seien lernfähig und würden sich an betriebliche Gepflogenheiten anpassen. Allerdings habe die KI in einem Pilotprojekt eigenständig beschlossen, den Arbeitstag aus Effizienzgründen bereits um 16 Uhr zu beenden. Die Verantwortung liege weiterhin beim Menschen, wie das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement betont. Entsprechende Regelungen würden derzeit überprüft. Das Pilotprojekt läuft während einem Jahr. (mgt/cpo)

Weitere Infos unter: Pilotprojekt.

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