Monitor des BWO: Wohnungsmarkt weiter unter Druck
Gemäss dem neusten Update des Monitors Wohnungsmarkt des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) hat sich der Schweizer Wohnungsmarkt 2025 und im ersten Halbjahr 2026 weiter verschärft. Besonders betroffen sind Wohnungssuchende mit tiefer und mittlerer Kaufkraft. Neben dem Bevölkerungswachstum beeinflussen auch Einkommen und Wohnungsangebot die Mietzinsentwicklung.
Quelle: ChatGPT/mai
Der Schweizer Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Das Angebot hält vielerorts nicht mit der wachsenden Nachfrage Schritt.
Die Anspannung auf dem Schweizer Wohnungsmarkt nimmt weiter
zu. Besonders angespannt bleibt die Lage für Haushalte mit geringer Kaufkraft
sowie im Grossraum Zürich, in der Zentralschweiz und in verschiedenen
Bergregionen. Ein Grund dafür liegt darin, dass zu wenig neuer Wohnraum
entsteht, um mit dem Wachstum der Anzahl Haushalte Schritt zu halten.
Die Zunahme der Anzahl Haushalte hängt unter anderem mit dem
Bevölkerungswachstum zusammen. Zwischen 1990 und 2025 wuchs die Bevölkerung der
Schweiz um 36,9 Prozent. 15,0 Prozentpunkte dieses Wachstums entfielen auf die
schweizerische und 21,9 Prozentpunkte auf die ausländische Bevölkerung.
Bevölkerungswachstum erhöht die Nachfrage nach Wohnraum, was auch die
Mietzinsentwicklung beeinflusst. Aber auch steigende Einkommen treiben die
Mietzinse nach oben: Können Haushalte mehr für das Wohnen ausgeben, führt dies
insbesondere bei einem knappen Angebot zu höheren Preisen. Dieser Einfluss auf
die langfristige Mietentwicklung ist gemäss Analyse ähnlich gross wie derjenige
des Bevölkerungswachstums.
Entscheidend ist zudem, wie viel zusätzlicher Wohnraum
geschaffen wird und ob das Wohnungsangebot mit der steigenden Nachfrage Schritt
halten kann. Im Jahr 2025 waren rund 18 Prozent der neu erstellten Wohnungen
Ersatzneubauten, was den Nettozuwachs an Wohnraum schmälert. Gleichzeitig wird
Bauland knapper: In den untersuchten Regionen sank der Anteil unbebauter
Bauzonen zwischen 2012 und 2022 von 9,9 auf 6,9 Prozent.
Ausländische Haushalte sind häufiger auf Wohnungssuche
Die Analyse zeigt auch, dass ausländische Haushalte – d.h.
Haushalte, in denen niemand die Schweizer Staatsbürgerschaft hat - mobiler sind
als schweizerische. Sie machen rund 21 Prozent aller Haushalte aus, aber 39
Prozent der umziehenden Haushalte. Gleichzeitig beanspruchen sie bei gleicher
Haushaltsgrösse rund ein Viertel weniger Wohnfläche pro Person als Schweizer
Haushalte. Ihre durchschnittliche Haushaltsgrösse lag 2025 mit 2,08 Personen
leicht unter derjenigen der übrigen Haushalte.
Ausländische Haushalte sind stärker auf den
Mietwohnungsmarkt angewiesen. Ihre Wohneigentumsquote beträgt 12 Prozent,
gegenüber 42 Prozent bei Schweizer Haushalten. Weil sie häufiger umziehen und
ihre Mietverträge im Durchschnitt weniger lang bestehen, profitieren sie
weniger von vergleichsweise günstigen Mieten älterer Mietverhältnisse. Gemessen
am Einkommen sind ihre Wohnkosten tendenziell höher.
Mehr Wohnungen frühestens ab 2027
Für 2026 rechnet der Monitor weiterhin mit einem zu geringen Wachstum des Wohnungsbestandes. Die seit 2024 gestiegene Zahl an Baugesuchen und Baubewilligungen weist darauf hin, dass der Wohnungsbestand ab 2027 wieder stärker wachsen dürfte. Eine rasche Entspannung des Wohnungsmarktes ist jedoch nicht in Sicht. Bei bestehenden Mietverhältnissen sorgen die tiefen Zinsen und die geringe Inflation 2026 für weitgehend stabile Mieten. Bei neu vermieteten Wohnungen wird hingegen mit weiteren Mietsteigerungen gerechnet. (mgt/cpo)
Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link: Monitor Wohnungsmarkt.