Leerwohnungsziffer in der Schweiz fällt auf unter ein Prozent
Der Leerwohnungsstand in der Schweiz ist weiter gesunken. Am 1. Juni wurden 45'493 leere Wohnungen gezählt, was einer Quote von 0,93 Prozent des Gesamtbestandes entspricht. Damit sind zum sechsten Mal weniger freie Wohnungen verfügbar.
Im Vergleich zum Vorjahr standen 2962 Wohnungen weniger leer, was einer Abnahme von 6,1 Prozent entspricht. Das teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mit. Die Leerwohnungsziffer sank damit innert Jahresfrist um 0,07 Prozentpunkte.
Dieser Rückgang zeigte sich in sechs der sieben
Grossregionen. Am stärksten war die Abnahme in der Ostschweiz, der
Nordwestschweiz und im Tessin. Einzig die Grossregion Zürich verzeichnete einen
leichten Anstieg der Leerwohnungsziffer auf 0,52 Prozent. 15 Kantone hatten
eine Leerwohnungsziffer von unter 1 Prozent.
Die schweizweit tiefste Leerstandsquote hatte der Kanton Zug
mit 0,20 Prozent. Dahinter folgten Genf und Obwalden. Am meisten freie
Wohnungen und Häuser gab es in den Kantonen Jura mit 3,35 Prozent und Solothurn
mit 1,91 Prozent.
Angebot an leeren Mietwohnungen rückläufig
Sowohl das Angebot an leeren Mietwohnungen als auch an zum
Kauf stehenden Objekten war rückläufig. Bei den Mietwohnungen betrug der
Rückgang 6,7 Prozent. Landesweit wurden am 1. Juni 34'690 freie Mietwohnungen
angeboten. In den letzten sechs Jahren verringerte sich das Angebot an leerstehenden
Mietwohnungen kontinuierlich.
Das Angebot an Kaufobjekten ging um 4,1 Prozent zurück.
Insgesamt wurden am Stichtag am 1. Juni 10'803 Wohnungen zum Verkauf angeboten.
Bei Neubauten und Einfamilienhäusern sank der Leerstand ebenfalls. Am Stichtag
waren 6496 Einfamilienhäuser und 3910 Neubauwohnungen – nicht älter als zwei
Jahre – unbewohnt.
Der Leerstand nahm zudem bei allen Wohnungsgrössen ab. Den
prozentual stärksten Rückgang gab es bei den Zweizimmerwohnungen. Am häufigsten
frei waren Drei- und Vierzimmerwohnungen.
Mieterverband: Zu viele teure Wohnungen
Mehr Wohnungsbau führe nicht automatisch zu bezahlbaren
Mieten, gibt der Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz zu bedenken. Ein
zentrales Problem sei, dass mehrheitlich im Hochpreissegment gebaut werde.
Gleichzeitig verschwinde günstiger Wohnraum zunehmend aus dem Angebot, schreibt
der Verband am Donnerstag.
Viele Vermieter nutzten zudem die Notlage der Mieterinnen
und Mieter aus, verlangten missbräuchlich hohe Mieten und missachteten die gesetzlichen
Renditebegrenzungen.
Parallel zur Mietpreisexplosion habe sich die Eigentümerstruktur der Mietwohnungen stark verändert. So sei zwischen 2000 und 2023 der Anteil institutioneller Eigentümerschaften wie Pensionskassen, Versicherungen und Immobiliengesellschaften von rund 31 auf 44 Prozent gestiegen. Damit verdrängten sie gemeinnützige Wohnbauträger sowie private Eigentümer vom Markt. (sda/pb)