14:24 BAUBRANCHE

Leerwohnungsziffer in der Schweiz fällt auf unter ein Prozent

Teaserbild-Quelle: Pixabay

Der Leerwohnungsstand in der Schweiz ist weiter gesunken. Am 1. Juni wurden 45'493 leere Wohnungen gezählt, was einer Quote von 0,93 Prozent des Gesamtbestandes entspricht. Damit sind zum sechsten Mal weniger freie Wohnungen verfügbar.

Im Vergleich zum Vorjahr standen 2962 Wohnungen weniger leer, was einer Abnahme von 6,1 Prozent entspricht. Das teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mit. Die Leerwohnungsziffer sank damit innert Jahresfrist um 0,07 Prozentpunkte.

Dieser Rückgang zeigte sich in sechs der sieben Grossregionen. Am stärksten war die Abnahme in der Ostschweiz, der Nordwestschweiz und im Tessin. Einzig die Grossregion Zürich verzeichnete einen leichten Anstieg der Leerwohnungsziffer auf 0,52 Prozent. 15 Kantone hatten eine Leerwohnungsziffer von unter 1 Prozent.

Die schweizweit tiefste Leerstandsquote hatte der Kanton Zug mit 0,20 Prozent. Dahinter folgten Genf und Obwalden. Am meisten freie Wohnungen und Häuser gab es in den Kantonen Jura mit 3,35 Prozent und Solothurn mit 1,91 Prozent.

Angebot an leeren Mietwohnungen rückläufig

Sowohl das Angebot an leeren Mietwohnungen als auch an zum Kauf stehenden Objekten war rückläufig. Bei den Mietwohnungen betrug der Rückgang 6,7 Prozent. Landesweit wurden am 1. Juni 34'690 freie Mietwohnungen angeboten. In den letzten sechs Jahren verringerte sich das Angebot an leerstehenden Mietwohnungen kontinuierlich.

Das Angebot an Kaufobjekten ging um 4,1 Prozent zurück. Insgesamt wurden am Stichtag am 1. Juni 10'803 Wohnungen zum Verkauf angeboten. Bei Neubauten und Einfamilienhäusern sank der Leerstand ebenfalls. Am Stichtag waren 6496 Einfamilienhäuser und 3910 Neubauwohnungen – nicht älter als zwei Jahre – unbewohnt.

Der Leerstand nahm zudem bei allen Wohnungsgrössen ab. Den prozentual stärksten Rückgang gab es bei den Zweizimmerwohnungen. Am häufigsten frei waren Drei- und Vierzimmerwohnungen.

Mieterverband: Zu viele teure Wohnungen

Mehr Wohnungsbau führe nicht automatisch zu bezahlbaren Mieten, gibt der Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz zu bedenken. Ein zentrales Problem sei, dass mehrheitlich im Hochpreissegment gebaut werde. Gleichzeitig verschwinde günstiger Wohnraum zunehmend aus dem Angebot, schreibt der Verband am Donnerstag.

Viele Vermieter nutzten zudem die Notlage der Mieterinnen und Mieter aus, verlangten missbräuchlich hohe Mieten und missachteten die gesetzlichen Renditebegrenzungen.

Parallel zur Mietpreisexplosion habe sich die Eigentümerstruktur der Mietwohnungen stark verändert. So sei zwischen 2000 und 2023 der Anteil institutioneller Eigentümerschaften wie Pensionskassen, Versicherungen und Immobiliengesellschaften von rund 31 auf 44 Prozent gestiegen. Damit verdrängten sie gemeinnützige Wohnbauträger sowie private Eigentümer vom Markt. (sda/pb)

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