11:12 BAUBRANCHE

KOF Consensus: Konjunkturfachleute erwarten höhere Inflation

Teaserbild-Quelle: 165106, Pixabay-Lizenz

Fürs 2022 sind die Schweizer Konjunkturfachleute etwas pessimistischer als noch vor drei Monaten: Sie senken die Wachstumsprognose leicht. Dies geht dem Consensus Forecast der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) hervor. Dagegen revidieren sie ihre Inflationsprognose leicht nach oben. Derweil fällt dafür die Prognose für das Wirtschaftswachstum im zu Ende gehenden Jahr leicht höher aus als zuletzt.


Die von der KOF befragten Ökonominnen und Ökonomen gehen nun im Durchschnitt für 2022 von einem Wachstum des BIP(Bruttoinlandprodukts) von 2,8 Prozent aus. Dies teilte die KOF heute in ihrem quartalsweise erhobenen KOF Consensus Forecast mit. Bei der letzten Befragung im September waren es noch 2,9 Prozent gewesen. Für das laufende Jahr wurden die Erwartungen für auf plus 3,5 Prozent angehoben, nach zuvor 3,4 Prozent. Das langfristige Wirtschaftswachstum auf Sicht von fünf Jahren wird auf +1,6 Prozent belassen.

Höhere Inflation und tiefere Arbeitslosenquote im 2022?

Zudem revidierten die Konjunkturexperten ihre Inflationsprognose für 2022 erneut nach oben: Sie gehen nun im Mittel von einer Zunahme der Konsumentenpreise im Jahr 2022 um 1,0 Prozent (September: +0,8%) aus. Für die diesjährige Inflationsrate rechnen sie - wie im Vorquartal - mit +0,6 Prozent und bei der erwarteten langfristigen Entwicklung der Inflation prognostizieren sie, dass sie im Mittel unverändert bei +0,8 Prozent bleibt.

In Anbetracht des jüngsten Rückgangs der Arbeitslosenquote passen die Fachleute ihre Prognose für das Jahr 2022 nach unten auf +2,5 Prozent von +2,8 Prozent an. Die aktuelle Langfristprognose liegt mit +2,4 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Durchschnittswert der Septemberumfrage (+2,7%) und stellt laut KOF den tiefsten Consensus-Wert der letzten Jahre dar.

Fachleute rechnen mit Zinsanstieg

Bei den Zinsen gehen die Befragten vermehrt von einem Anstieg in den nächsten zwölf Monaten aus. Demnach dürfte der SARON in den kommenden drei Monaten auf -0,73 von -0,74 Prozent steigen und in zwölf Monaten bei -0,66 Prozent stehen. Bei der Septemberumfrage wurde der 12-Monatswert noch auf -0,71 Prozent geschätzt. Der Kassazins der 10-jährigen Bundesobligationen (aktuell: -0,295%) wird in drei Monaten bei -0,18 Prozent (September: -0,27%) und in zwölf Monaten bei -0,05 Prozent (September: -0,11%) gesehen.

Der Euro-/Frankenkurs wird mit 1,05 Franken auf Sicht von drei Monaten etwas tiefer erwartet nach 1,10 Franken im September. Für den Aktienmarkt wird mit einem leichten Rückgang gerechnet. In drei Monaten sehen die Experten den SPI bei 15'784 Punkten, in 12 Monaten soll er dann bei 15'925 Zählern stehen. Aktuell notiert der breite Index bei 16'152 Zählern. (awp/sda/mai)


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