KOF-Baublatt-Ausblick: Bauinvestitionen bleiben rege
Nach jüngst drei Quartalen mit Zuwächsen bei den nominalen Bauinvestitionen dürften diese auch im laufenden und in den nächsten Quartalen weiter zulegen, wie der KOF-Baublatt-Ausblick aufgrund der Ansammlung an Baugesuchen und erteilten Bewilligungen prognostiziert.
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Die Dynamik zieht an. Die Bauinvestitionen in der Schweiz werden in den kommenden Quartalen weiter zunehmen.
Die im ersten Quartal 2026 getätigten nominalen Bauinvestitionen in der Schweiz lagen knapp 2 Prozent höher als die entsprechende Quartalssumme des Vorjahres (+1,9%). Die jüngste Quartalspublikation des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) revidiert zudem den Wert für das vorangehende Quartal nach oben: Im vierten Quartal 2025 erhöhten sich die Bauinvestitionen um 3,4 Prozent und der Zuwachs fällt somit nochmals deutlich kräftiger aus als vom Staatssekretariat für Wirtschaft zuvor geschätzt (zuvor: +2,7%). Die Publikation vom 1. Juni verdeutlicht, dass die Investitionstätigkeit im Baugewerbe nach einer längeren Schwächephase wieder anzieht. Im laufenden und in den kommenden Quartalen dürfte sich die Dynamik halten und sogar noch etwas verstärken, was aus den aktuellen Resultaten des KOF-Baublatt-Ausblicks hervorgeht. Auf Basis der kürzlich eingegangenen Baugesuche und erteilten Bewilligungen schätzt der KOF-Baublatt-Ausblick, dass die Bauinvestitionen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,6 Prozent angestiegen sind. Im dritten und vierten Quartal dürften sich die Investitionen um 3 beziehungsweise 2,5 Prozent erhöhen. Für den Zuwachs gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres werden im ersten Quartal 2027 weitere +2,6 Prozent prognostiziert.
Weiterhin günstige Geschäftslage
Die jüngsten Ergebnisse der KOF Konjunkturumfrage bei den Unternehmen im Baugewerbe zeigen eine überwiegende Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Geschäftslage. Die Hälfte der Unternehmen melden eine gute Geschäftslage, 46 Prozent eine zufriedenstellende und nur 4 Prozent eine schlechte. Die Dynamik der Nachfrage und der Bautätigkeit hält sich in den vergangenen Monaten stabil und die Firmen bezeichnen ihren Auftragsbestand überwiegend als normal (57%) oder sogar erhöht (29%). Die Auftragsbestände reichen 5,6 Monate in die Zukunft und die Maschinen und Gerätekapazitäten sind zu 75% ausgelastet. Jedoch gibt es bei den Tiefbaufirmen Anzeichen für eine Verlangsamung: Die Auftragsbestände werden zurzeit weniger günstig eingeschätzt als in den vergangenen Monaten. Zudem erwarten die Unternehmen, dass sich die Nachfrage und Bautätigkeit in den nächsten drei Monaten weniger stark ausdehnen werden als bisher.
Insgesamt blicken die Unternehmen im Baugewerbe mit Zuversicht auf die Entwicklungen in den nächsten Monaten. Insbesondere erwarten 14 Prozent von ihnen, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird, 77 Prozent erwarten eine stabile Geschäftslage und eine Minderheit rechnet mit einer Verschlechterung. Gemäss den Angaben der Firmen dürften sich die Nachfrage und Bautätigkeit in den nächsten drei Monaten gleich stark ausdehnen wie in den vergangenen Monaten. Dementsprechend revidieren sie ihre Einschätzung zum geplanten Beschäftigungsaufbau nicht, wobei aktuell 20 Prozent der Unternehmen die Beschäftigtenzahl als zu niedrig einschätzen.
Quelle: zvg
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Keine beschleunigte Teuerung
Der KOF-Baublatt-Ausblick bezieht sich auf die nominalen Bauinvestitionen. Somit muss die Preisentwicklung mitberücksichtigt werden, um das damit verbundene reale Bauvolumen abschätzen zu können. In der Grafik «Baupreise» ist daher die vom Bundesamt für Statistik (BFS) halbjährlich erhobene Preisentwicklung für das Baugewerbe im Vergleich zum Vorjahr sowie der Saldo der Preiserwartungen für das laufende Quartal aus den Ergebnissen der KOF Konjunkturumfragen abgetragen. Mithilfe dieser Zusatzinformationen lässt sich das zu erwartende Bauinvestitionsvolumen einordnen. Erhöhen sich die Baupreise in diesem Jahr insgesamt, werden die real getätigten Bauinvestitionen weniger stark zunehmen, als die vom KOF-Baublatt-Ausblick prognostizierten nominalen Veränderungsraten anzeigen.
Gemäss der Juni-Publikation des Baupreisindex des Bundesamts für Statistik (BFS) haben sich die Baupreise zwischen Oktober 2025 und April 2026 um 0,6 Prozent erhöht. Dies entspricht einer Baupreisteuerung von einem Prozent innerhalb der vergangenen 12 Monate (April 2025 – April 2026). Die jüngste Teuerungsrate bewegt sich im Bereich der vorangehenden Perioden, was bedeutet, dass die Teuerungsdynamik der Schweizer Baupreise sich bis ins Frühjahr trotz der kräftigen Ölpreissteigerungen und der Lieferkettenstörungen durch die Hormus-Blockade nicht verstärkt hat. Eine stabile Baupreisdynamik widerspiegelt sich auch in den Berichten der Baufirmen in der KOF Konjunkturumfrage. Nach den Aufwärtstendenzen im ersten Quartal blieben die angegeben Erwartungen in den vergangenen Monaten stabil und zeigen somit keine kräftigere Teuerung an. ■ (KOF)
Methode
Die meisten Bauvorhaben hängen von einer staatlichen Bewilligung ab. Deshalb nutzt das KOF für den vorliegenden Ausblick Informationen über Baugesuche und -bewilligungen, die das Baublatt erhoben hat. Die angewendete Analysemethode erlaubt eine Voraussage über die zu erwartenden nominalen Bauinvestitionen der nächsten vier Quartale. Der KOF-Baublatt-Ausblick bezieht sich auf die nominalen Bauinvestitionen, da im Baubewilligungsverfahren alle Angaben zu den geplanten Baukosten zu laufenden Preisen erfolgen. Alle Niveauangaben werden saisonbereinigt. (KOF)
Mehr Infos: KOF-Baublatt-Ausblick.