Zug: Aus Klassenzimmern werden flexible Lernwelten
Das vor 25 Jahren eröffnete Kaufmännische Bildungszentrum in Zug soll bis 2030 für rund 20 Millionen Franken erneuert und dem heutigen Lernen angepasst werden. Geplant ist, die heutigen Schulzimmer durch multifunktionale Räume zu ersetzen.
Quelle: Kanton Zug
Das Kaufmännische Bildungszentrum in Zug wird modernisiert.
Das Kaufmännische Bildungszentrum Zug (KBZ) wird für die veränderten Anforderungen der Berufsbildung umgebaut. Das Planerwahlverfahren hat die Itten+Brechbühl AG aus Zürich gewonnen. Ihr Konzept setzt auf flexible Lernlandschaften statt klassischer Schulzimmer – und soll mit gezielten Eingriffen möglichst viel der bestehenden Bausubstanz erhalten.
Das KBZ wurde 2001 eröffnet. Seither haben sich nicht nur die Lehr- und Lernformen, sondern auch die räumlichen Anforderungen an eine Berufsfachschule verändert. Die Reformen «Verkauf 2022+» und «Kaufleute 2023» richten die Ausbildungen stärker auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts aus. Nun soll auch das Schulgebäude diesem Wandel Rechnung tragen.
Neues Konzept für besseres Lernen
Kern des Siegerprojekts ist ein Drei-Zonen-Konzept: Die heutigen Schulzimmer werden durch multifunktionale Bereiche ersetzt. Eine Fokuszone dient der konzentrierten Wissensvermittlung und Einzelarbeit, eine Kollaborationszone dem Austausch und der Gruppenarbeit. Ergänzt wird das Angebot durch eine Begegnungszone für Aufenthalt, individuelles Lernen und sozialen Austausch. Dafür werden insbesondere die grosszügigen Erschliessungsbereiche des bestehenden Gebäudes genutzt.
Neben der Neugestaltung steht auch eine umfassende Instandsetzung an. Zahlreiche gebäudetechnische Anlagen haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Zudem sind Anpassungen beim Brandschutz notwendig. Energie- und Gebäudetechnik sollen im Zuge des Umbaus ebenfalls weiterentwickelt werden.
Umbau bei laufendem Schulbetrieb geplant
Auch der Aussenraum soll aufgewertet werden. Das neue Freiraumkonzept greift die Architektur des bestehenden Gebäudes auf und schafft einen differenzierteren Aufenthaltsbereich. Laut Jury zeichnet sich das Siegerprojekt dadurch aus, dass es mit vergleichsweise wenigen Eingriffen einen hohen funktionalen und gestalterischen Mehrwert erzielt. Am Planerwahlverfahren hatten sieben Teams teilgenommen.
Die Umsetzung ist etappenweise bei laufendem Schulbetrieb zwischen 2029 und 2030 vorgesehen. Damit soll das 25 Jahre alte Bildungszentrum für die nächsten Generationen von Lernenden fit gemacht werden. (mgt/cpo)