08:08 BAUBRANCHE

Interview mit André Ingold: «Der Innovationspark ist ein Segen»

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: Dominik Baur

André Ingold ist Stadtpräsident von Dübendorf und Präsident der FRZ Flughafenregion Zürich. Er äussert sich über die Zukunft des Innovationsparks und zu den Herausforderungen für den Verein und den Wirtschaftsraum.

André Ingold Stadtpräsident Dübendorf und Präsident FRZ Flughafenregion Zürich

Quelle: Dominik Baur

André Ingold ist Stadtpräsident von Dübendorf und Präsident der FRZ Flughafenregion Zürich.

André Ingold, welchen Mehrwert bringt die Flughafenregion für Ihre Stadt und die anderen Mitglieder?

Für das Netzwerk zwischen Wirtschaft, Gemeinden und Städten ist die Organisation FRZ Flughafenregion Zürich von grosser Bedeutung und Nutzen. So fliessen die Informationen rasch, was zum Vorteil aller Beteiligten ist. Ein weiteres Plus: An hochkarätigen Veranstaltungen erhalten die Gäste viele wertvolle Impulse.

Welches sind die Stärken der Flughafenregion Zürich?

Das ist eine Region mit sehr hoher Standortqualität. In Bezug auf unsere Organisation FRZ: Die Vernetzung unter Persönlichkeiten der Wirtschaft, Gemeinden und Städten ist einzigartig.

Wo schlummert noch Potenzial?

In der Standortentwicklung wollen wir noch mehr erreichen. Hier geht es um zielgerichtete Wirtschaftsförderung und erfolgreiches Standortmarketing. Wir wollen für Arbeitgeber wie auch für Einwohnerinnen und Einwohner ein äusserst attraktiver Standort sein.

Welches sind die Herausforderungen für die nähere Zukunft?

Die digitale Transformation gehört zu den wichtigsten Herausforderungen. Produkte, Services und Prozesse werden zunehmend digitalisiert und automatisiert. Dabei sind die Aspekte der Produktivität, Qualität, Innovation und IT-Security zu berücksichtigen. Weiter wird uns das Thema Klimawandel ständig begleiten. Klimawandel und Umweltschutz sind keine Nischenthemen mehr. Nachhaltigkeit berücksichtigt Ressourcenschonung, Langfristigkeit und damit Wirtschaftlichkeit im weiteren Sinn.

Wenn Sie die FRZ weiterempfehlen, was sind Ihre Argumente?

Der unkomplizierte Umgang unter FRZ-Members ist ein Erfolgsfaktor wie auch die persönliche Betreuung durch die Geschäftsstelle. Die hochkarätigen Events sowie die Standortentwicklung sind weitere starke Argumente für die FRZ Flughafenregion Zürich.

Wenn Sie als Stadtpräsident von Dübendorf und als FRZ-Präsident einen Wunsch frei hätten: Wie lautete dieser?

Die Vernetzung unter den Städten und Gemeinden soll weiter gefördert werden. Nur gemeinsam sind wir stark und können uns zusammen mit der Wirtschaft den neuen Herausforderungen stellen.

Die Stadt Dübendorf hat kürzlich die Schwelle von 30'000 Bewohnern überschritten. Was haben Sie in diesem Moment gedacht?

Die Überschreitung dieser Marke hat sich aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in den vergangenen Jahren abgezeichnet. Ich habe mich gefreut, die 30'000ste Einwohnerin persönlich in Dübendorf begrüssen und willkommen heissen zu dürfen.

Flugplatzareal Dübendorf

Quelle: Schweizer Luftwaffe

Auf einem Teil des Flugplatzareals Dübendorf entsteht ein Hubstandort des nationalen Innovationsparks. Der Standort in Dübendorf ist somit ein Teil des nationalen Generationenprojekts und ein Beitrag an die Innovationsfähigkeit des Landes.

Dübendorf, das ist heute ein fast dörflicher Ortskern und daneben die Hochhäuser von «Dübai». Was hält diese Gegensätze zusammen?

Diese Vielfalt ist gerade das, was eine lebendige Stadt ausmacht. Dübendorf ist die viertgrösste Stadt im Kanton Zürich und weist seit einigen Jahren eine konstante Entwicklungsdynamik auf. Gleichzeitig existieren nach wie vor rund 150 Vereine, welche das «Dorfleben» aktiv prägen. Dieses Nebeneinander von Dorf und Stadt ergibt eine interessante Mischung, welche – die Einwohnerzunahme zeigt es – offenbar geschätzt wird. 

Jeder findet hier, was seinen Bedürfnissen entspricht: das trendige Entwicklungsgebiet mit modernen Neubauten und attraktiven Parks, aber auch Zwischennutzungen auf der einen Seite. Der dörfliche Kern entlang der Bahnhof- und Wallisellenstrasse und der Flanierzone entlang der Glatt auf der anderen Seite. Mit dem kürzlich entworfenen räumlichen Entwicklungskonzept werden die Weichen gestellt, um die Quartiere Hochbord und Stadtzentrum noch besser zusammenzubinden.

Wie ist der Stand beim Mehrzweckgebäude Speicher und dem neuen Hallenbad, welche das Freizeitangebot der Stadt erweitern sollen?

Der Speicher befindet sich im Bau. Die Inbetriebnahme ist im Herbst 2023 vorgesehen. Der Stadtrat Dübendorf hat Ende Juni 2022 einen Baukredit inklusive Folgekosten für den Bau des Hallenbades Oberdorf zuhanden des Gemeinderates verabschiedet. Stimmt der Gemeinderat dem Kreditantrag zu, entscheidet das Stimmvolk an einer Urnenabstimmung über das geplante Hallenbad.

Nach dem Bundesgerichts­entscheid ist klar: Der Innovationspark kommt. Ist er ein Fluch oder Segen für Dübendorf?

Auf dem Areal des Flugplatzes Dübendorf entsteht mit dem Innovationspark ein Forschungsstandort mit internationaler Ausstrahlung, eng verwoben mit der aviatischen Nutzung als Forschungs- und Werkflugplatz. Gleichzeitig werden auch die Randzonen des heute für die Allgemeinheit verschlossenen Areals geöffnet und in Teilen als Flugfeldpark für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Damit entsteht ein grosser Mehrwert für die Einwohnerinnen und Einwohner. Der Innovationspark kann somit als Segen für die Stadt Dübendorf beurteilt werden.

Sonderausgabe zur Flughafenregion Zürich

Die FRZ Flughafenregion Zürich veröffentlicht am 19. August 2022 gemeinsam mit dem Baublatt eine Sonderausgabe. In Fachbeiträgen werden unter anderem laufende oder geplante Projekte vorgestellt und die aktuelle Situation der Region beleuchtet. Alle Beiträge des Hefts werden in unserem Dossier «Die Flughafenregion Zürich im Fokus» gesammelt.

Geschrieben von

Freier Mitarbeiter für das Baublatt.

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