Weko weitet Untersuchung wegen möglichem Baukartell im Jura aus
Die Wettbewerbskommission (Weko) dehnt ihre Untersuchung zu möglichen Submissionsabreden im Kanton Jura aus. Aufgrund von bisherigen Ermittlungen würden diese nun auf insgesamt 20 Unternehmen ausgeweitet, teilte die Weko am Dienstag mit.
«Damit ist durchaus ein nennenswerter Teil der Baubranche im Jura von den Untersuchungen betroffen», erklärte der stellvertretende Weko-Direktor Frank Stüssi der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage.
Eingeleitet worden waren erste Untersuchungen gegen sechs Unternehmen bereits im vergangenen November. Es bestehe der Verdacht, dass diese Unternehmen ihre Offerten und Preise während mehrerer Jahre für Beschaffungen der öffentlichen Hand und Privater koordinierten, hiess es.
150 Projekte betroffen
Potenziell seien mehr als 150 Ausschreibungen im Tief- und Hochbau aus den Jahren 2016 bis 2025 betroffen, schrieb die Weko. Über die Höhe des Volumens können noch keine Angaben gemacht werden.
Das potenzielle Strafmass, das den Unternehmen drohen würde, liege bei bis zu 10 Prozent des Umsatzes der betroffenen Projekte, so Stüssi. «Die Sanktionen sind schon einschneidend, dürfen ein Unternehmen aber nie in den Konkurs treiben», erklärt er.
Eine solche Untersuchung dauere im Normalfall drei Jahre. Weitere Angaben machte die Weko nicht. Die Tatsache, dass es innerhalb einer recht kurzen Zeit seit Beginn der Untersuchung zu Hinweisen auf 150 Projekte und insgesamt 20 Unternehmen kam, deutet aber auf eine gewisse Kooperation zumindest einiger Unternehmen hin. (awp sda)