16:12 BAUBRANCHE

Plünderte Geschäftsführer Kasse der Zürcher Baugenossenschaft Letten?

Teaserbild-Quelle: cosmix, Pixabay-Lizenz.

Schaden von mehreren Millionen? Der Geschäftsführer der Zürcher Baugenossenschaft Letten und seine Assistentin sollen die Wohnbaugenossenschaft finanziell massiv geschädigt haben. Laut der BGL könnte der Schaden in die Millionen gehen. Beiden wurde fristlos gekündigt.

Wie die BGL heute Montag mitteilte, sollen der Geschäftsführer und die Assistentin der Geschäftsführung ihre Position zu ihren eigenen Vorteilen missbraucht und finanzielle Leistungen ohne Grundlage und Anspruch entgegengenommen haben. Dies sei das Ergebnis des Zwischenberichts einer externen Untersuchung, heisst es weiter. Die BGL hat den beiden nun fristlos gekündigt. Gegenüber einem weiteren Kadermitarbeiter habe sich der Anfangsverdacht bisher nicht bestätigt. Noch zu klären sei die Rolle eines ehemaligen Vorstandsmitglieds.

Lohn schon zwei Jahre vor Stellenantritt

Die bisherige Untersuchung habe unter anderem ergeben, dass die Assistentin bereits zwei Jahre vor ihrem Stellenantritt Lohn bezogen habe, ohne für die BGL zu arbeiten. Ebenfalls zwei Jahre vor Stellenantritt habe ihr die BGL Pensionskasseneinkäufe finanziert. Auch der für solche Zahlungen zuständige Geschäftsführer habe ausserordentliche Pensionskassenbeiträge erhalten, obwohl dafür keine Rechtsgrundlage ersichtlich sei.

Er soll überdies mit Geldern der BGL einem Familienmitglied eine Ausbildung und Leistungen einer externen Firma in seinem Privathaushalt bezahlt haben. Dabei sei es zu Manipulationen von Rechnungsbelegen gekommen.

Sechs Überbauungen mit 600 Wohnungen

Die weiteren Untersuchungen werden gemäss Mitteilung noch Monate dauern. So soll zum Beispiel der Kauf von Produkten und Dienstleistungen zulasten der BGL sowie teilweise hohe Zahlungen an einzelne externe Unternehmer und Dienstleister überprüft werden. Die Gegenleistungen hierfür seien unklar.

Der potentielle Gesamtschaden könnte sich auf mehrere Millionen Franken belaufen. Zivil- und strafrechtliche Schritte sollen zum gegebenen Zeitpunkt eingeleitet werden.

Die BGL hat ihren Sitz in Zürich. Zu ihr gehören sechs Überbauungen mit rund 600 Wohnungen. (sda/mai)

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