Fusion von Swissmem und Swissmechanic gescheitert
Die geplante Fusion der Industrieverbände Swissmem und Swissmechanic kommt nicht zustande. Die ausserordentliche Generalversammlung von Swissmem hat das Vorhaben am Montag abgelehnt.
Grund dafür ist die fehlende Unterstützung auf Seiten von Swissmechanic. Zwei gewichtige Regionalsektionen sprachen sich gegen die Fusion aus, und der Romandie-Verband GIM lehnte die Übernahme der verhandelten Statuten und Verträge ab, wie Swissmem am Montagabend mitteilte.
Damit sei nicht gesichert, dass genügend Swissmechanic-Mitglieder im neuen Verband bleiben. Das Ziel eines einzigen, national geeinten Verbands mit regionaler Präsenz sei nicht mehr erreichbar, heisst es. Das hatte der Vorstand von Swissmem bereits im Vorfeld als Voraussetzung für eine erfolgreiche Fusion genannt.
Positives Signal am Samstag
Noch am Samstag hatten die Delegierten von Swissmechanic einen positiven Grundsatzentscheid für die Fusion gefällt. Der definitive Entscheid sollte im Juni 2027 fallen. Bei einem Ja wäre die Fusion rückwirkend per 1. Januar 2027 in Kraft getreten. Swissmechanic vertritt mehr als 1300 Betriebe mit über 65'000 Beschäftigten.
«Ohne Aussicht auf den Übertritt eines grossen Teils der Swissmechanic-Firmen in den gemeinsamen Verband lässt sich die Fusion aber nicht stemmen», wird Swissmem-Präsident Martin Hirzel in der Mitteilung zitiert. Zudem wäre laut Hirzel die Qualität der Swissmem-Leistungen finanziell gefährdet gewesen, weil viele Kleinstfirmen von Swissmechanic dazugekommen wären. Den Entscheid des obersten Verbandsgremiums bezeichnet er als folgerichtig.
Zusammenarbeit in der Berufsbildung geht weiter
Die beiden Verbände hatten ihre Aktivitäten in der nationalen beruflichen Grundbildung bereits Anfang 2026 unter dem Dach von Swissmem gebündelt. Diese Zusammenarbeit will Swissmem laut Direktor Stefan Brupbacher mit vollem Engagement weiterführen. Swissmem wolle seine Kräfte nun auf gute Rahmenbedingungen, offene Märkte, genügend Fachkräfte und eine starke Berufsbildung konzentrieren, so Hirzel.
Swissmem und Swissmechanic hatten im Frühjahr 2026 ein gemeinsames Fusionsprojekt gestartet. Ziel war es, einen gemeinsamen Verband für die Schweizer Tech-Industrie zu schaffen und damit das Dienstleistungsangebot für die Mitgliedfirmen weiter auszubauen, die «politische Schlagkraft» der Branche zu erhöhen und den Industriestandort Schweiz zu stärken. (mgt/sda/pb)