09:12 BAUBRANCHE

Energiekonzern Axpo schreibt wieder schwarze Zahlen

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Der Energiekonzern Axpo hat nach einem Milliardenverlust im Vorjahr das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Plus von 310 Millionen Franken abgeschlossen. Der Gewinn ist das Resultat gut laufender Geschäft im Ausland. Aber auch Sonderfaktoren haben das Ergebnis geprägt.

Staumauer Muttsee beim Pumpspeicherkraftwerk Linth Limmern im Kanton Glarus.

Quelle: zvg

Staumauer Muttsee beim Pumpspeicherkraftwerk Linth Limmern im Kanton Glarus.

Die Axpo hat zwar im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr fast ein Viertel weniger Energie abgesetzt als im Vorjahr. Die Gesamtleistung des Unternehmens hat sich dennoch deutlich von 5,42 Milliarden Franken auf 5,57 Milliarden Franken erhöht, wie die Axpo am Mittwoch mitteilte.

Die Steigerung erklärt der Energiekonzern mit höheren Energiepreisen in Europa und einem wieder lukrativeren Energiehandel. Zum besseren Jahresergebnis haben jedoch auch Sonderfaktoren geführt. So spülte der Verkauf des Höchstspannungsnetzes an Swissgrid der Axpo 163 Millionen Franken in die Kasse. Ebenfalls hat sich laut Mitteilung das Finanzergebnis verbessert. Beim Kostensenkungsprogramm sei das Einsparungsziel von 200 Millionen Franken übertroffen worden.

Der Energiekonzern meldet zwar auch aufgrund der Stillstände bei den AKW weitere Verluste bei der Stromproduktion in der Schweiz. Die Tochterfirma CKW, die über gebundene Endkunden verfügt, hat jedoch nach einem Verlust im Vorjahr beim Betriebsergebnis wieder einen Gewinn geschrieben.

Keine Dividende

Beim Ausblick zeigt sich die Axpo vorsichtig optimistisch. Die steigenden Grosshandelspreise für Strom in Europa und der erstarkte Euro gegenüber dem Schweizer Franken liessen mittelfristig wieder steigende Erträge erwarten, heisst es in der Mitteilung. Dies werde sich jedoch erst im Geschäftsjahr 2019/20 positiv auswirken. Bis dann geht die Axpo von einer weiterhin angespannten Situation aus. Das hat auch Auswirkungen auf die Kantone. Der Axpo Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung auch für dieses Jahr vor, auf eine Dividende zu verzichten.

Axpo attackiert Energiestrategie des Bundes

Die Axpo hält die Energiestrategie des Bundes für verfehlt und das Bundesamt für Energie (BFE) für blauäugig. So versprühe das BFE bei der Versorgungssicherheit eine nicht gerechtfertigte Zuversicht, schreibt der Energiekonzern.

Dass die Axpo und das BFE das Heu nicht auf der gleichen Bühne haben ist kein Geheimnis. So heftig und direkt hat der Energiekonzern der Kantone die Verwaltung des Bundes jedoch selten attackiert. Die Axpo wirft dem Bundesamt schlicht Naivität vor. Dieses gehe nämlich davon aus, dass die Schweiz mit der vollständigen Marktöffnung und der Anbindung an den EU-Markt auch in Extremsituationen jederzeit genug Strom aus den Nachbarländern importieren könne, schreibt die Axpo im Geschäftsbericht. "Dabei kann es heute oder morgen zum Blackout kommen."

Als Beleg dafür verweist der Energiekonzern auf den 24. Januar 2017. An diesem kalten Wintertag seien gleichzeitig in Deutschland wetterbedingt fast alle Solar- und Windkraftwerke und in Frankreich ein Teil der Atomkraftwerke ausgefallen. Ein mögliches Blackout habe schliesslich nur durch den Stromimport aus Skandinavien verhindert werden können. Das Beispiel zeige, dass man sich niemals nur auf die Nachbarn verlassen solle, schreibt die Axpo. Das BFE jedoch glaube, die Eigenversorgung sei nicht zentral.

Axpo propagiert Subventionsmodell

Das tut das Bundesamt, weil es beim Problem der Versorgungssicherheit auf so genannte strategische Reserven setzt. So werden bereits heute Kraftwerke dafür entschädigt, dass sie ein Teil ihrer Kapazität für Notfälle bereithalten. Möglich wäre auch der Bau und der Einsatz eines Gaskraftwerks als Reserve. Aber auch das findet die Axpo falsch. Denn damit schade man den Schweizer Wasserkraftwerken, weil solche Energiereserven die Preisspitzen brächen und den Produzenten so Geld für Investitionen entzögen. Demzufolge wären für die Axpo Beinah-Blackouts wie am 24. Januar kein Problem, sondern ein Segen.

Um die Investitionsfähigkeit der Wasserkraftwerke wieder herzustellen, schlägt die Axpo im Geschäftsbericht erneut eine CO2-Abgabe auf dem gesamten in der Schweiz bezogenen Strom vor. Ein solches Subventionsmodell zu Gunsten der Schweizer Kraftwerkbetreiber, das die Axpo als Marktmodell bezeichnet, "würde den Schweizer Produzenten einen Schutz vor den Verwerfungen der internationalen Märkte bieten", heisst es im Geschäftsbericht. In der Einleitung setzt der Energiekonzern noch leicht andere Akzente. Da prangert die Axpo die marktverzerrenden Einflüsse im europäischen Stromhandel an. (sda)

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