08:08 BAUBRANCHE

Drohnen: Die Flugroboter sind die Überflieger der Arbeitswelt

Geschrieben von: Stefan Gyr (stg)
Teaser-Quelle: Powie, Pixabay, Public Domain-ähnlich

Sie überprüfen den Zustand von Infrastrukturanlagen, vermessen Areale und überwachen den Baufortschritt. Drohnen stellen auch in der Baubranche die Arbeitswelt auf den Kopf. Auch bei der Vermarktung und Bewirtschaftung von Immobilien werden die Flugroboter zunehmend eingesetzt.

Drohne Himmel

Quelle: Powie, Pixabay, Public Domain-ähnlich

In der Schweiz sausen nach Schätzungen über 100 000 Drohnen durch die Luft.

Ein Surren geht durch die Luft. Drohnen sind längst Teil unseres Alltags geworden. In der friedlichen Nutzung der Flugroboter scheinen der Fantasie keine Grenzen gesetzt zu sein. An einem Webinar der International Facility Management Association (IFMA) Schweiz beleuchteten Fachleute der für ihre Bauvisualisierungen bekannten Raumgleiter AG die zahlreichen Einsatzgebiete der unbemannten Miniflugzeuge – von der Landwirtschaft über Inspektionen von Bauwerken und Paketzustellungen bis zur Vermessung und Visualisierungen für das Immobilienmarketing. «Mittlerweile sind Drohnen fliegende Computer, so viel Technik ist in ihnen verbaut», so der Pilot und Entwickler Sven Rüegg, der seit 2014 mit diesen kleinen Fluggeräten arbeitet.

Drohnen, auch Unmanned Aerial Vehicles (UAV) oder Remotely Piloted Aircraft System (RPAS) genannt, sind sehr beliebt. Nach Schätzungen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) schwirren in der Schweiz über 100 000 Drohnen am Himmel – Zahl stark steigend. Durch den technologischen Fortschritt eröffnen sich immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten.

Testflüge mit Laborproben

In der Landwirtschaft werden Drohnen eingesetzt, um den Zustand von Pflanzen zu prüfen, Ackerböden zu düngen, Schädlinge zu bekämpfen und Wildtiere zu beobachten. Vor der Heuernte sind oft Drohnenpiloten am frühen Morgen unterwegs, um Rehkitze aufzuspüren und vor dem Mähtod zu retten. Die Infrarotkameras der Drohnen entdecken die warmen Körper auch aus Flughöhen von über 100 Metern. Auch für Paketlieferungen und medizinische Transporte werden Drohnen benutzt. So wurden laut Rüegg die Testflüge mit Laborproben zwischen der Hirslanden-Klinik Zürich und dem Zentrallabor nach einem Unterbruch wieder aufgenommen.

Häufig zum Einsatz kommen die Überflieger auch bei Inspektionen von Infrastrukturbauten aus der Luft, seien es Solaranlagen, Kraftwerke, Brücken, Windräder, Pipelines oder Hochspannungsleitungen. Mit ihren hochauflösenden Kameras könnten etwa an Windrädern selbst Mikrorisse in den Rotorblättern entdeckt werden, sagt Rüegg.

Durch Drohnenflüge könnten Kosten und Zeit eingespart werden, erklärt Simon Ashworth, Mitarbeiter am Institut für Facility Management (IFM) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Zustandsuntersuchung einer Staumauer, für die menschliche Arbeitskräfte etwa eine Woche benötigen, schaffe eine Drohne in rund drei Stunden. Die Flyability SA, ein Spin-off der ETH Lausanne (EPFL), hat eine kleine Indoor-Drohne für Inspektionen in engen Räumen entwickelt. Sie kann zum Beispiel in Schächte sowie verschiedene kleine Kanäle fliegen, wo der Zugang für Menschen unmöglich oder gefährlich ist.

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