Europas Gasspeicher sind ungewöhnlich leer
Wegen der hohen Marktpreise sind die für die Schweizer Energieversorgung wichtigen europäischen Gasspeicher zurzeit vergleichsweise leer. Aktuell liegt der Füllstand bei gerade mal 28,5 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre mit 38,1 Prozent. Dies zeigen heute Donnerstag veröffentlichten Daten der Betreiber.
Das Wiederauffüllen nach der kalten Winterzeit stockt insbesondere in Deutschland, dem EU-Land mit der grössten
Speicherkapazität: Zurzeit sind die deutschen Speicher zu 22,3 Prozent gefüllt. Damit bewegt sich der Füllstand deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 43,1 Prozent zum selben Zeitpunkt.
Weil die Schweiz keine kommerziell betriebenen Gasspeicher hat, ist sie von den Reserven anderer Länder abhängig: Die deutschen Speicher decken rund 17 Prozent der gesamten Kapazität inn Europa. Darauf folgen Italien, die Niederlande und Frankreich. Bei hohen Marktpreisen lohnt sich die Befüllung für die Betreiber
weniger. Der Gaspreis hat sich seit dem Beginn des Irankriegs Ende Februar von rund 30 Euro pro Megawattstunde auf ein Hoch von über 60 Euro vor wenigen Tagen verdoppelt. Der Preis für Gaslieferungenbliegt aktuell bei rund 55 Euro je Megawattstunde - etwa ein Drittel mehr als vor einem Jahr.
Als richtungsweisend für die europäischen Gaspreise gilt der Handelsplatz Title Transfer Facility (TTF) an der Energiebörse in Amsterdam. Der Kontrakt für eine Lieferung im jeweils nächsten Monat wird üblicherweise als Richtschnur für das europäische Preisniveau verwendet. (awp sda/mai)