11:41 BAUBRANCHE

Bernischer Grosser Rat will Simmewehr nicht um jeden Preis erhalten

Teaserbild-Quelle: Daniel Hager, BKW

Das Berner Kantonsparlament will das Simmewehr nicht um jeden Preis erhalten. Es erteilte der Regierung am Dienstag aber den Auftrag abzuklären, ob sich der Kanton bei der BKW für das Wehr einsetzen soll.

Simmewehr in Wimmis BE

Quelle: Daniel Hager, BKW

Im Rahmen der Ausbauvorhaben im Grimsel- und Sustengebiet soll auf die Stromgewinnung bei 53 Gewässerabschnitten verzichtet werden. Vereinzelte Kraftwerksanlagen, darunter das Simmewehr in Wimmis (Bild), sollen deshalb zurückgebaut werden.

Wer es ernst mit der Energiewende meine, dürfe ein funktionierendes Wehr wie das Simmewehr nicht zur Verhandlungsmasse machen, sagte Mitmotionärin Barbara Josi (SVP), Gemeindepräsidentin von Wimmis. «Es darf nicht zum politischen Schauobjekt gemacht werden.» Der Rückbau sei nicht alternativlos, die Betreiberin BKW habe ein Sanierungsprojekt vorgelegt.

Ein Erhalt des Simmewehrs gefährde den Grimselausbau nicht, befand Motionär Nils Fiechter (SVP). «Diese Sorge ist unbegründet.» Fiechter kritisierte weiter, dass das Simmewehr einem Deal des Kantons mit Umweltverbänden zum Opfer fallen solle.

Regierungsrätin Evi Allemann (SP) wies in ihrer Antwort darauf hin, dass eine Gesamtbetrachtung noch ausstehe. Solange diese nicht gemacht sei, solle der Rat keine der möglichen Varianten ausschliessen. Es gebe gewisse Vorgaben des Bundes und das Simmewehr sei sanierungsbedürftig. Ob das Wehr zurückgebaut werde, sei aber noch offen.

Rückbau von Kraftwerkanlagen

Der Rat überwies die Motion schliesslich in Teilen als Postulat. Unterstützung erhielt die SVP von der EDU, der FDP sowie von einzelnen Mitgliedern der Mitte, wobei den Stichentscheid für das Abstimmungsresultat von 78 zu 77 die Ratspräsidentin Anne Speiser (SVP) fällte. Die Regierung muss nun prüfen, ob sie bei der BKW auf den Erhalt des Simmewehrs hinwirken will.

Im Rahmen der Ausbauvorhaben im Grimsel- und Sustengebiet soll im Kanton Bern unter anderem auf die Nutzung von 53 Gewässerabschnitten zur Stromgewinnung verzichtet werden. Vereinzelte Kraftwerksanlagen, darunter das Simmewehr in Wimmis, sollen zurückgebaut werden. Der Deal um die ökologischen Ausgleichsmassnahmen sorgte in gewissen Gebieten für heftige Diskussionen. (sda/pb)

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