13:11 BAUBRANCHE

Bauzonen: Die Schweiz verdichtet sich

Teaserbild-Quelle: Prateek Mahesh, Unsplash

Während die Bevölkerung gewachsen ist, hat sich die Bauzonenfläche in der Schweiz in den letzten fünf Jahren kaum vergrössert. Pro Person wird somit weniger Fläche zum Wohnen und Arbeiten verbraucht. Dieser Schluss wird in der neuen Bauzonenstatistik des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) gezogen.

Primetower, Zürich

Quelle: Patrick Federi, Unsplash

Im Zuge der Verdichtung werden Bauten höher. Im Bild: der Prime Tower in Zürich.

Die Bauzonenfläche ist zwischen 2017 und 2022 in der Schweiz um gerade Mal ein Prozent auf rund 234 000 Hektaren angestiegen. Damit setzt sich ein Trend fort: Bereits in den fünf Jahren davor hat sich diese Fläche nur geringfügig vergrössert. Weil aber gleichzeitig die Bevölkerung gewachsen ist, wohnen und arbeiten heute mehr Menschen auf weniger Fläche pro Person als in den Jahren zwischen 2012 bis 2017.

Damit benötigt eine Einwohnerin oder ein Einwohner aktuell im Schnitt  282 Quadratmeter Bauzonenfläche, vor fünf Jahren waren es noch 291 Quadratmeter und vor zehn Jahren 309 Quadratmeter. - Neubauten werden heute grösser oder höher gebaut, um die Bauzonen stärker auszunutzen. Dies gilt sowohl für bereits überbaute als auch für neu überbaute Bauzonen.

Weniger neue Bauzonen wegen RPG

Dass kaum mehr neue Bauzonen geschaffen worden sind, liegt mehrheitlich am Raumplanungsgesetz, dass vorschreibt, dass die Kantone der Raumplanung dafür sorgen müssen, dass die Gemeinden ihre Siedlungen nach innen entwickeln und verdichtet bauen müssen.

Das geringe Wachstum der Bauzonenfläche der vergangenen fünf Jahre habe vor allem methodische Gründe, schreibt das ARE in seiner Medienmitteilung. So haben zum Beispiel einige Kantone zum Flächen, die sie bisher nicht oder anders erfasst hatten, neu den Bauzonen zugeschlagen. Zugenommen haben auf diese Weise vor allem Verkehrsflächen. Wohn- und Arbeitszonen, die 91 Prozent der Bauzonenfläche umfassen, haben hingegen nicht zugenommen.

Die Fläche der Stadt Bern überbaut

Damit sind in den letzten zehn Jahren innerhalb der Bauzonen total rund 6000 Hektaren freies Land überbaut worden – oder eine Fläche, die etwas grösser ist als jene der Stadt Bern. Aber noch gibt es beträchtliche Baulandreserven: Beinahe die Hälfte derzeit unüberbauter Bauzonen befinden sich in städtischen Gemeinden, etwas mehr als ein Viertel in stadtnahen und ein Viertel in ländlichen. (mgt/mai)

 

Strasse in Bern

Quelle: Prateek Mahesh, Unsplash

Mehr Menschen und weniger Platz; In den letzten Jahren ist der Flächenverbrauch pro Person in der Schweiz gesunken.

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